Räumliche Disparitäten, Aktiv- und Passivräume
Unter räumlichen Disparitäten werden unausgeglichene Raumstrukturen zwischen einzelnen Ländern und innerhalb eines Landes verstanden. Diese sind Kennzeichen einer unterschiedlichen Verteilung von Rohstoffen, Industriestandorten, Forschungs- und Bildungseinrichtungen sowie Städten. Daraus resultieren oftmals regionale Unterschiede in der Erwerbstätigkeit, im Lebensstandard, in der Infrastruktur sowie in der Art und Konzentration wirtschaftlicher Aktivitäten. Diese Unterschiede lassen sich mithilfe von Indikatoren (Bruttoinlandsprodukt, Arbeitslosenquote, Zahl der Erwerbstätigen in der Landwirtschaft) messen und vergleichen. In einem Aktivraum liegen die Wirtschaftskraft und der Lebensstandard über dem Durchschnitt der EU. Die Erwerbsstruktur ist vom Dienstleistungssektor geprägt und die Arbeitslosigkeit ist gering. Passivräume liegen meist am Rand der EU, sprich in der Peripherie. Diese Gebiete sind wirtschaftlich schwächer. Der Anteil der Landwirtschaft an der Gesamtwirtschaft ist noch hoch. Passivräume zeichnen sich durch Abwanderung und eine höhere Arbeitslosenquote aus.