Klausurtraining – Lösungen
Schülerbuch Seite 141
Lösungen der Aufgaben
(141.1) Ein selbst ausgewähltes Unterziel von Entwicklungsziel 14 hinsichtlich seiner besonderen Wichtigkeit zu begründen, erfordert den Textausschnitt aus M1 im Zusammenhang mit der nachhaltigen Entwicklung und Nutzung der Ozeane, Meere und Meeresressourcen darzustellen (AFB II).
Individuelle Lösungen. Beispiel zu Unterziel 14.2:
Das Unterziel zielt darauf ab, die Überfischung zu vermeiden und zu beenden. Wichtig sind dafür nachhaltige Fangmethoden und technologische Innovationen, wie Fangmethoden, die den Beifang minimieren, oder nachhaltig betriebene Aquakulturen. Umweltbelastungen sind zu reduzieren und das biologische Gleichgewicht in marinen Ökosystemen wiederherzustellen. Auch eine nachhaltige Fischereipolitik, z. B. durch die Einführung von Fangquoten bei überfischten Beständen und die Ausweisung von Schutzgebieten, trägt zum Erhalt bzw. zur Regeneration der Biodiversität bei.
Nur durch diese Maßnahmen kann für den Erhalt der Ernährungsgrundlagen der wachsenden Weltbevölkerung gesorgt werden. Außerdem sollen die Bedingungen für Küsten- und Inselgemeinschaften, die von der Fischerei leben verbessert werden.
(141.2) Die Aussage zu überprüfen, dass „einige Staaten mehr zur Verschmutzung der Meere beitragen als andere“, verlangt die Aussage kritisch anhand der konkreten Sachverhalte in M4 zu messen und ein begründetes Ergebnis als Fazit zu formulieren (AFB III).
M4a: Der geschätzte Anteil der über Flüsse ins Meer emittierten Kunststoffe ist in Asien mit Abstand am größten. Mit 79,9 % übertrifft der Anteil Asiens den Anteil Afrikas um nahezu das 10-fache, den von Südamerika um das 14,5-fache, den Anteil von Nord-/Zentralamerika um das 17,75-fache, den Anteil Europas um nahezu das 40-fache und den Anteil Australiens um nahezu den 800-fachen Wert.
M4b: Bei den Ländern mit den höchsten Plastikmüllexporten im Jahr 2024 liegt Deutschland mit 732.000 t an erster Stelle, dicht gefolgt von Japan mit 682.000 t. Auf den weiteren Plätzen sind das Vereinigte Königreich, die Niederlande, Belgien und Frankreich als europäische Länder vertreten, die USA und Kanada als nordamerikanische Staaten und Taiwan als weiteres asiatisches Land.
Fazit: Die Aussage kann bestätigt werden, denn einige Staaten tragen wesentlich mehr zur Verschmutzung der Meere bei als andere. Asien im hat im weltweiten Vergleich mit Abstand den höchsten geschätzten Anteil der über Flüsse ins Meer emittierten Kunststoffe. Länder mit den höchsten Plastikmüllexporten sind vor allem westliche Länder. Die meisten Länder in dem Ranking kommen aus Europa.
Die Ergebnisse weisen darauf hin, dass Asien eine hohe Plastikmüllbelastung sowie einen hohen Plastikgebrauch bzw. -verbrauch hat, was durch eine schnelle Urbanisierung, einen wachsenden Wohlstand und eine unterentwickelte Abfallentsorgungsstruktur bzw. fehlendes Plastikrecycling zu erklären ist. Der sehr hohen Plastikgebrauch und -verbrauch westlicher Staaten ist durch den Wohlstand der Länder zu erklären. Da der Plastikmüll exportiert wird und direkt nicht in der Umwelt landet, scheint die Abfallentsorgungsstruktur zu funktionieren. Jedoch wird das Problem der Plastikverschmutzung damit nur verschoben.
(141.3) Um die beiden Positionen zur nachhaltigen Fischerei (M2) unter Verwendung des Schemas M3 zu vergleichen, müssen die Gemeinsamkeiten und Unterschiede der Textaussagen den Aussagen des Diagramms M3 hinsichtlich der nachhaltigen Fischerei gegenübergestellt und ein Ergebnis dazu formuliert werden (AFB II).
Gemeinsamkeiten: Die Position 2 sowie M3 machen Aussagen zum Fisch als Ressource. Die Menge an Fisch wird bei beiden in Bezug zum Fischfang betrachtet. In beiden Quellen kommt die Forderung hinsichtlich nachhaltiger Fischerei zum Ausdruck, wobei in Position 2 mithilfe der Grundprinzipien wesentliche Methoden nachhaltiger Fischerei erläutert werden. Dazu gehören: keine Überfischung, Vermeiden der Meeresbodenzerstörung und des Beifangs sowie Fangquoten, die Einhaltung gesetzlicher Vorgaben und der Einsatz neuer Technologien. In M3 wird nachhaltige Fischerei als optimales Wirtschaftsprinzip ausgewiesen, indem der Fischfang in ein Verhältnis zur Biomasse gesetzt wird.
Unterschiede: Position 1 betrachtet die nachhaltige Fischerei als Vorsorgeprinzip, um das fragile marine Ökosystem von vornherein zu erhalten.
Ergebnis: Bei beiden Quellen ist die Reproduktionsfähigkeit der Fische ein wesentlicher Aspekt nachhaltiger Fischerei. Position 1 betrachtet diese aus ökologischer Perspektive, Position 2 sowie M3 aus ökonomischer Perspektive. Dabei steht in keinem Fall die Gewinnmaximierung im Vordergrund, sondern der sozial und ökonomisch langfristige Ertrag.
(141.4a) Die Nutzung der thailändischen Küste bei Don Sak zu beschreiben, verlangt die Karte M5 zusammenhängend und schlüssig wiederzugeben (AFB I).
Don Sak befindet sich am Golf von Thailand, in den der Khlong Don Silk mit seinen Nebenflüssen sowie ein kleiner Fluss östlich der Gehöfte von Ban Tha Ket fließen. Die thailändische Küste im Kartenausschnitt zeichnet sich durch einen breiten Strand aus, in dessen Hinterland großflächige Mangrovenwälder wachsen. Dichter Wald besteht nur auf sehr begrenzten Arealen auf der kleinen vorgelagerten Insel Ko Wat, südlich davon am Strand sowie östlich davon auf einem etwa ein Quadratkilometer großen Areal. Offenes Waldland kommt in einem etwa sechs Quadratkilometer großen Areal westlich von Ban Huai Slat vor sowie nordöstlich davon. Auch Buschland besteht nur westlich und nordwestlich des großen offenen Waldareals westlich von Ban Huai Slat.
Die dominante Flächensignatur im gesamten Mangrovenwald zeigt vom Menschen angelegte Garnelenzuchtbecken für die Garnelenzucht. Diese ist demnach die vorrangige Erwerbsquelle im Bereich des Kartenausschnitts. Die kleinen Orte in der Region wie Don Sak, Ban Thong Ao und Ko Raet verfügen über buddhistische Klöster bzw. chinesische Schreine und könnten im Zusammenhang mit dem ausgedehnten Strand für Kultur- bzw. Erholungstourismus genutzt werden.
(141.4b) Um ausgehend von M5 die Gefährdung des Ökosystems Mangrovenwald vor dem Hintergrund möglicher Nutzungskonflikte zu beurteilen, müssen anhand von Kriterien zur Bedeutung des Mangrovenwaldes mögliche Nutzungskonflikte herausgearbeitet und ein begründetes Sachurteil gefällt werden (AFB III).
Folgende Beurteilungskriterien können hinzugezogen werden:
- Nutzung natürlicher Mangrovenwälder: Das artenreiche Ökosystem der Mangrovenwälder dient der einheimischen Bevölkerung aufgrund zahlreicher Pflanzen- und Tierarten als Nahrungsgrundlage, Holzquelle und im Zuge des steigenden Meeresspiegels als Küstenschutz.
- Nutzung abgeholzter Mangrovenwaldflächen: Mangrovenwälder werden z. B. für Aquakulturen wie Garnelenfarmen abgeholzt, aber auch um Weideflächen zu gewinnen oder Flächen für Siedlungen, Verkehrsinfrastruktur oder touristischer Infrastruktur zu schaffen.
Urteil: Die herausragende Bedeutung der Mangrovenwälder als Lebensgrundlage und Küstenschutz für die einheimische Bevölkerung steht im Widerspruch zur rein ökonomischen Nutzung abgeholzter Mangrovenwaldflächen z. B. von Garnelenproduzenten bzw. Tourismusunternehmen. Durch die großflächige Abholzung der Mangrovenwälder wird das ökologische Gleichgewicht unwiederbringlich zerstört. Somit sterben die Mangrovenwälder ab. Damit geht der Verlust der Biodiversität einher, die auch die Lebensgrundlage der Bevölkerung ist. Zudem gefährdet der Verlust des natürlichen Küstenschutzes die Bevölkerung durch Naturkatastrophen. Der Verlust des wichtigen Kohlenstoffdioxidspeichers beschleunigt außerdem den globalen Klimawandel.