Diercke 360° - Heft 2/2026:
Nachhaltige Energieversorgung
Island – Weltmeister in der Nutzung nachhaltiger Energieträger
Aufmerksamkeit in den Medien erhält der kleine Inselstaat Island im Nordatlantik mit seinen gerade einmal 400 000 Einwohnern nur selten, es sei denn, ein spektakulärer Vulkanausbruch findet gerade statt, so wie mehrfach zwischen 2021 und 2025 auf der Halbinsel Reykjanes im Südwesten des Landes. Weniger bekannt ist, dass Island seinen Energiebedarf fast ausschließlich durch erneuerbare Energiequellen deckt – Erdwärme und Wasserkraft. Neben Norwegen gilt Island deshalb zu Recht als Vorreiter einer nachhaltigen Energieversorgung.
Klimachampion Dank des Turkana-Jets? Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien in Kenia am Beispiel der Lake Turkana Wind Power Station
Während Kenias Norden noch zur Kolonialzeit als Extremraum ohne sogenannte Entwicklungspotenziale marginalisiert wurde, leistet die Region südlich des Turkanasees heute einen entscheidenden Beitrag zur Rolle Kenias als „globaler Klimachampion“. Für den Geographieunterricht gibt dies Anlass zur kritischen Reflexion von Raumbildern und zu einer Neujustierung der Perspektiven auf Raumnutzungsmöglichkeiten in Trockengebieten.
Energiewende im Hochgebirge – das Pumpspeicherkraftwerk Kühtai (Österreich) als Beispiel zur Energiegewinnung und -speicherung
Die Energiewende stellt Gesellschaften vor die Herausforderung, erneuerbare Energien zuverlässig verfügbar zu machen. Das Pumpspeicherkraftwerk Kühtai in den Tiroler Alpen zeigt, wie natürliche Höhenunterschiede genutzt werden können, um Energie zu speichern und bedarfsgerecht bereitzustellen. Gleichzeitig verdeutlicht das Großprojekt den Zielkonflikt zwischen dem Ausbau erneuerbarer Energien und dem Schutz sensibler Hochgebirgsräume. Das Beispiel Kühtai eröffnet damit einen anschaulichen Blick auf die Chancen und Grenzen moderner Energiegewinnung im Spannungsfeld von Klimaschutz und Nachhaltigkeit.
Batteriespeicher in Deutschland – notwendig für die Energiewende?!
Mit dem Ausbau von Wind- und Solarenergie verändert sich das deutsche Stromsystem grundlegend. Da ihre Stromerzeugung von Wetter und Tageszeit abhängig ist, stimmen Erzeugung und Verbrauch nicht immer überein. Batteriespeicher schaffen hier Flexibilität: Sie nehmen Strom kurzfristig auf, speichern ihn und speisen ihn bei Bedarf wieder ins Netz ein. Zudem können sie Netzschwankungen ausgleichen und zur Stabilisierung des Stromnetzes beitragen. Der Ausbau schreitet entsprechend schnell voran. Ende 2025 waren in Deutschland rund 25 GWh Batteriespeicherkapazität installiert, davon etwa 3,7 GWh in Großbatteriespeichern. Allein innerhalb eines Jahres wuchs deren Kapazität um rund 56 %. Je nach Szenario geht das Fraunhofer ISE (= Institut für Solare Energiesysteme) bis 2030 von einem Speicherbedarf von insgesamt 100 bis 170 GWh aus (Fraunhofer ISE 2026).
Warum leuchtet Freiburg grün? – Nachhaltige Energiegewinnung in Freiburg im Breisgau mit der Mystery-Methode entschlüsseln
Keine andere Stadt in Deutschland veranschaulicht den Wandel von fossiler zu erneuerbarer Energiegewinnung so eindrücklich wie Freiburg im Breisgau. Die Stadt gilt seit den 1990er-Jahren als Pionier der Solarenergie und verfolgt das Ziel, bis 2035 klimaneutral zu sein. Damit ist die Sonnenenergienutzung in Freiburg ein Lerngegenstand mit hohem Realitätsbezug und gesellschaftlicher Relevanz für junge Menschen. Doch wie gelingt es, die Komplexität eines städtischen Energiesystems – bestehend aus Photovoltaik, Biomasse, Wasserkraft, Wärmepumpen und kommunaler Förderpolitik – für Schülerinnen und Schüler greifbar zu machen, ohne reine Faktenvermittlung? Hierfür bietet sich die Mystery-Methode an: eine problembasierte, kooperative Lernform, die im Geographieunterricht auf eine solide didaktische Tradition zurückblickt und gerade für vernetztes, systemisches Denken besonders geeignet ist.

