Afrika - Temperaturen im Juli

Afrika - Klima
978-3-14-100453-3 | Seite 126 | Abb. 2 | Maßstab 1 : 72000000

Überblick

Der afrikanische Kontinent erstreckt sich über zwei Klimazonen: die Tropen in Äquatornähe und die Subtropen jenseits der Wendekreise. Nördlich des Nördlichen Wendekreises ist im Januar, genau wie in Deutschland, Winter. Südlich des Südlichen Wendekreises ist dagegen im Januar Sommer. Zwischen den Wendekreisen, in Äquatornähe also, ist der Temperaturgang im Jahr sehr ausgeglichen und es gibt anstatt der (vor allem temperaturbedingten) Jahreszeiten den Unterschied zwischen (der niederschlagsbedingten) Regenzeit und Trockenzeit.

Durch den ganzjährig hohen Stand der Sonne werden auch im Winter, also im Juli, im südlichen Afrika recht hohe Durchschnittstemperaturen erreicht. Selbst in den Gebirgen fallen die Monatsdurchschnittstemperaturen im Winter nicht unter null Grad. In den Flachländern liegen die monatlichen Durchschnittstemperaturen sogar zwischen etwa 10 °C am südlichen Wendekreis und über 25 °C am Äquator. Im sommerlichen Nordafrika steigen die Monatsdurchschnittstemperaturen im Juli hingegen auf über 35 °C.

Ursachen der Temperaturverteilung

Die Temperatur in Afrika wird im Wesentlichen von der Sonneneinstrahlung, der Bewölkung und der Verdunstung bestimmt. Die Verdunstung hängt wiederum von der Höhe der Niederschläge und der Sonnenstrahlung ab. In den äquatorialen Breiten steht die Sonne das ganze Jahr über sehr hoch. In den Mittagsstunden kommt es am Äquator zu der stärksten Energiezufuhr durch die Sonne auf der Erde kommt. Innerhalb der sogenannten Innertropischen Konvergenzzone (ITC), die entlang des Äquators verläuft, kommt es ständig zu dichter Bewölkung und starken Regenfällen. Durch die Bewölkung wird ein Teil der Sonnenstrahlung reflektiert und erwärmt somit die Erdoberfläche nicht (vgl. Karte 174.3 „Erde – Globalstrahlung“). Die hohen Niederschläge am Äquator führen darüber hinaus zu einer starken Verdunstung. Für die Verdunstung von Wasser wird sehr viel Energie benötigt. Daher wird ein weiterer Teil der Strahlungsenergie der Sonne in latente (versteckte) Wärme und nicht in für uns fühlbare Wärme umgewandelt. Durch die Bewölkung und die hohe Verdunstung treten die höchsten Temperaturen in Afrika nicht in Äquatornähe, sondern im Bereich der Wendekreise auf. Im subtropischen Hochdruckgürtel sinkt die Luft ab und erwärmt sich dabei. Daher kommt es, zum Beispiel über der Sahara, zur Auflösung der Wolken. Diese Regionen sind extrem trocken – es regnet fast nie und die Sonne strahlt ungehindert auf die Erdoberfläche, sodass es mitunter sehr heiß wird. Im Innern der Sahara erreichen die Temperaturen im Sommer tagsüber über 50 °C. Nachts und im Winter ist die Ausstrahlung der Wärme ins Weltall jedoch sehr hoch, da keine Wolken wie eine schützende Decke in der Atmosphäre hängen. Daher kühlt es vor allem nachts, aber auch im Winter sehr stark aus.

Tages- und Jahresschwankungen

Die ganzjährig relativ gleichmäßige Strahlungszufuhr führt in Äquatornähe zur Ausbildung eines typischen tropischen Tageszeitenklimas. Die jahreszeitlichen Temperaturunterschiede sind dabei deutlich geringer als die zwischen Tag und Nacht. Aus diesem Grund schwanken die Temperaturen im tropischen Afrika zwischen Januar und Juli auch nur um höchstens eine Temperaturstufe. Mit zunehmender Entfernung vom Äquator nehmen die jahreszeitlichen Temperaturunterschiede zu. Jenseits der Wendekreise wird dies besonders deutlich. Die monatlichen Durchschnittstemperaturen schwanken dort zum Teil bis zu 20 °C.

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