Baden-Württemberg - Natur- und Kulturlandschaft
Überblick
Die Karte zeigt die Natur und Kulturlandschaften BadenWürttembergs. Dargestellt sind verschiedene Landschaftsräume, die sich in ihrem Relief, ihrer Vegetation und ihrer Nutzung deutlich unterscheiden. Die Gliederung reicht von waldreichen Mittelgebirgen und Höhenzügen über Ebenen und Hochflächen bis hin zu historisch geprägten Kulturlandschaften. Dadurch wird sichtbar, wie vielfältig und kleinräumig gegliedert das Landschaftsbild des Bundeslandes ist.
Waldreiche Mittelgebirge, Höhenzüge und Hochflächen
Baden‑Württemberg wird im Westen und Norden von waldreichen Mittelgebirgen und Höhenzügen geprägt, die große Teile der Landesfläche einnehmen. Zu den bedeutendsten zählen der Schwarzwald im Westen und der Odenwald im Norden. Diese Landschaftsräume unterscheiden sich deutlich von den tiefer gelegenen Ebenen und Becken durch ihre größere Höhenlage, ihr stark gegliedertes Relief und ihren hohen Waldanteil.
Der Schwarzwald erstreckt sich über eine Länge von etwa 160 Kilometern und erreicht mit dem Feldberg (1493 Meter) die höchste Erhebung aller deutschen Mittelgebirge. Der Odenwald ist mit einer Nord‑Süd‑Ausdehnung von rund 65 Kilometern deutlich kleiner und erreicht Höhen von bis zu 626 Metern. Typisch für diese Mittelgebirgsräume sind steile Hänge, bewaldete Höhenrücken und tief eingeschnittene Täler.
Die waldreichen Mittelgebirge erfüllen wichtige natürliche Funktionen. Sie bilden Wasserscheiden und Quellgebiete, in denen zahlreiche Flüsse wie Neckar, Donau und ihre Nebenflüsse entspringen. Aufgrund der Höhenlage, des Reliefs und teilweise nährstoffarmer Böden sind diese Gebiete meist dünner besiedelt als die Ebenlandschaften. Die Nutzung konzentriert sich vor allem auf Forstwirtschaft, Tourismus und Erholung, etwa durch Wandern, Wintersport und Naturtourismus. Diese Mittelgebirge prägen das Landschaftsbild Baden‑Württembergs in besonderer Weise.
Innerhalb der großen Mittelgebirgsräume lassen sich weitere Teil‑ und Kleinlandschaften unterscheiden. Der Schwarzwald gliedert sich unter anderem in den Hochschwarzwald mit den höchsten Lagen sowie den Hotzenwald im Süden. Zwischen den großen Gebirgslandschaften liegen zudem eigenständige, zusammenhängende Waldlandschaften wie der Schönbuch, der Welzheimer Wald oder der Schurwald, die wichtige Übergangsräume zwischen Mittelgebirgen und offenen Landschaften bilden.
Weitere Erhebungen und Hochflächen
Zu den weiteren Erhebungen und Hochflächen mit zählt vor allem die Schwäbische Alb, die den Osten und Südosten Baden‑Württembergs als Teil der süddeutschen Mittelgebirgslandschaften prägt. Sie erstreckt sich in Nordost‑Südwest‑Richtung über mehr als 200 Kilometer, ist meist 20 bis 40 Kilometer breit und erreicht mit dem Lemberg (1015 Meter) ihre höchste Erhebung. Im Gegensatz zu den waldreichen Mittelgebirgen ist die Alb großflächig als Hochfläche ausgebildet und weist neben Wald auch viele offene Bereiche auf.
Die Schwäbische Alb gliedert sich in mehrere Teilräume, darunter der Große Heuberg, die Hohe Alb, der Albtrauf als markanter Steilrand zum Vorland sowie der Albuch. Diese Hochflächenlandschaft unterscheidet sich deutlich in Aufbau, Nutzung und Erscheinungsbild von den waldreichen Mittelgebirgen und stellt einen eigenständigen Landschaftstyp innerhalb Baden‑Württembergs dar.
Abgrenzung zu Hochgebirgen
BadenWürttemberg besitzt keinen Anteil an Hochgebirgen mit Höhen von über 1500 Metern. Die Alpen schließen erst südlich und südöstlich an das Landesgebiet an, unter anderem mit den Appenzeller Alpen in der Schweiz sowie den Allgäuer Alpen in Bayern und Österreich. Obwohl diese Hochgebirgsräume nicht mehr zu BadenWürttemberg gehören, verdeutlichen sie im Vergleich die landschaftliche Einordnung des Landes als Raum der Mittelgebirge, Höhenzüge und Hochflächen.
Historische Kulturlandschaften
Neben den naturräumlich geprägten Gebirgen, Hochflächen und Ebenen zeigt die Karte auch zahlreiche historische Kulturlandschaften, die über Jahrhunderte durch menschliche Nutzung entstanden sind und das Landschaftsbild bis heute prägen. Ein wichtiger Teil davon sind die historischen Ackerbaugebiete, die aufgrund fruchtbarer Böden und günstiger klimatischer Bedingungen schon früh intensiv landwirtschaftlich genutzt wurden. Dazu zählen unter anderem das Breisgau, der Hegau, der Linzgau, das Hecken‑ und Strohgäu, die Filder, der Kraichgau, das Bauland, die Hohenloher Ebene und die Ortenau. Diese Räume gehören bis heute zu den wertvollsten Agrarlandschaften des Landes und sind von Ackerflächen, Dörfern und Städten geprägt.
Einen weiteren Schwerpunkt bilden die traditionellen Weinbaugebiete, die sich vor allem an begünstigten Hanglagen und Flusstälern entwickelt haben. Besonders bedeutend sind das Neckartal, der Kaiserstuhl, die Westhänge zwischen Oberrheingraben und Schwarzwald sowie die Bergstraße. Charakteristisch für diese Kulturlandschaften sind Weinberge an sonnenexponierten Hängen, Terrassen, Trockenmauern und historische Weindörfer.
Darüber hinaus weist die Karte historisch gewachsene bzw. geprägte Kulturlandschaften aus, die oft durch spezielle Formen der Landnutzung entstanden sind. Dazu gehören etwa Oberschwaben und das Allgäu, die durch Grünlandwirtschaft, Viehhaltung und Streusiedlungen geprägt sind, ebenso wie Teile des Oberrheingrabens, der Klettgau oder die Haller Ebene, die durch eine lange Siedlungs‑ und Nutzungsgeschichte gekennzeichnet sind.
Schließlich sind auch historische Feuchtgebiete dargestellt, von denen einige bis heute erhalten sind oder unter Schutz stehen. Zu ihnen zählen unter anderem das Federseer Ried, der Taubergrund, der Mühlbach und die Steinlach. Diese Landschaften entstanden durch natürliche Wasserverhältnisse und wurden teilweise für Wiesenwirtschaft oder Torfabbau genutzt. Heute sind sie vor allem wegen ihrer ökologischen Bedeutung wichtige Bestandteile der Kulturlandschaft.