Baden-Württemberg - Temperaturen im Januar

Baden-Württemberg - Klima und Landwirtschaft
978-3-14-100394-9 | Seite 21 | Abb. 2 | Maßstab 1 : 2250000

Temperaturverteilung im Januar

Die Verteilung der durchschnittlichen Januar- und Julitemperaturmittel (s. 21.3) sowie der durchschnittlichen jährlichen Niederschlagssummen (s. 21.5) für die Klimamessperiode 1991 bis 2020 zeigen in Baden-Württemberg eine starke Abhängigkeit vom Relief. Die Mittelgebirgslagen des Schwarzwaldes und der Schwäbischen Alb pausen sich gut erkennbar durch, ebenso wie der Oberrheingraben, das Neckartiefland und die Hochflächen Oberschwabens.

Durchschnittliche Temperaturmittel im Januar

Die tiefsten durchschnittlichen Januartemperaturmittel verzeichnen die höheren Lagen des Schwarzwaldes und der Schwäbischen Alb, wo sie verbreitet zwischen -1 °C und -2 °C und stellenweise darunterfallen. Das Minimum erreicht mit -2,4 °C der Feldberg, die mit 1493 Metern höchste Erhebung des Schwarzwaldes und des ganzen Bundeslandes. Im gesamten südlichen Schwarzwald, im Nordschwarzwald beidseits des Mittel- und Oberlaufs der Murg, auf der Schwäbische Alb, in Oberschwaben und auf der Frankenhöhe liegen die Januartemperaturmittel großflächig unter 0 °C. Die niedrigen Temperaturen resultieren aus dem in höheren Lagen geringen Umsatz von Sonnenenergie in fühlbare Wärme. Zusätzlich tragen hohe Windgeschwindigkeiten und dadurch die Zufuhr kühler Luftmassen aus höheren Atmosphärenschichten zu einem tiefen Temperaturniveau bei.

In den tieferen Lagen treten dagegen höhere Temperaturen auf: Im Oberrheinischen Tiefland und im Neckartal bis in den Stuttgarter Raum erreicht die Mitteltemperatur im Januar sogar 2 °C und höher, während der gesamte Landesbereich nördlich von Schwarzwald und Schwäbischer Alb zumindest durchschnittliche Temperaturmittel von 0 °C und mehr im Januar erreicht. Das höchste durchschnittliche Januartemperaturmittel wird mit 2,9 °C in Freiburg gemessen, gefolgt von Heidelberg mit 2,8 °C, ein merklicher Anstieg von 1,5 °C gegenüber der Klimamessperiode 1961-1990.

Klimawandel: Veränderung der Eistage

Für neun ausgewählte Orte (darunter die sechs Klimastationen aus Abbildung 21.4) zeigt die Karte die Zahl der Eistage für die Klimamessperiode 1991-2020 (untere Ziffern) und darunter für die Messperiode 1961-1990 (obere Ziffern). Als Eistag gilt ein Tag, an dem die Temperatur tagsüber nicht über 0 °C steigt. Die generelle Abnahme der Eistage im Vergleich der 30-jährigen Messperioden 1961-1990 und 1991-2020 ist markant und zeigt das Voranschreiten des Klimawandels. Der Verlust an Eistage fällt in Freiburg besonders deutlich aus (minus 43 Prozent). Ansonsten bewegt sich der Rückgang der Frosttage zwischen 18 und 35 Prozent und selbst in den Wintersportregionen Feldberg und Stötten (Ostalb) beträgt er 18 bzw. 19 Prozent. In Verbindung jedoch mit dem weitaus signifikanteren Rückgang der Schneetage (s 21.4) wird auch hier deutlich, wie sehr Schnee und Frost sich als typische Erscheinungen des Winters zurückziehen.

Spiegelbildlich dazu verhält sich die Zahl der Hitzetage (s. 21.3), die sich an allen neun Orten erhöht, teilweise sogar mehr als verdreifacht hat. Dies wiederum erfordert Anpassungen in vielen Bereichen, z. B. im Gesundheitswesen, in der Landwirtschaft und Stadtplanung.

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