Bayern - Naturschutz

Bayern - Naturschutz
978-3-14-100942-2 | Seite 21 | Abb. 2 | Maßstab 1 : 1600000

Überblick

Bayern ist reich an Naturschutzgebieten und bietet eine Vielzahl von Schutzgebieten, die der Erhaltung der biologischen Vielfalt und der natürlichen Lebensräume dienen. Die gesamte Landesfläche Bayerns umfasst rund 70 542 km², den größten Anteil daran hat die Landwirtschaft mit 46,0 %, gefolgt vom Wald mit 35,4 % und den Siedlungs- und Verkehrsflächen mit 12,3 %. Sonstige Flächen wie Moor, Sumpf und Unland machten 4,3 % aus, Wasserflächen 1,7 % und Abbauland 0,2 %.

Im ländlichen Raum, der 89,2 % der Landesfläche ausmacht, liegen die Flächenanteile bei 46,9 % Landwirtschaftsfläche, 36,2 % Waldfläche und 10,7 % Siedlungs- und Verkehrsfläche. Im Verdichtungsraum, der 10,8 % der Landesfläche ausmacht, sind die Anteile 38,5 % Landwirtschaftsfläche, 28,6 % Waldfläche und 26,0 % Siedlungs- und Verkehrsfläche. Der tägliche Flächenverbrauch für Siedlungs- und Verkehrsflächen lag 2023 bei 12,4 Hektar.

Naturschutzgebiete in Bayern

Bayern verfügt über 597 Naturschutzgebiete mit einer Gesamtfläche von etwa 164 439 Hektar, was 2,3 % der Landesfläche entspricht. Diese Gebiete sind besonders geschützt und dienen der Erhaltung, Entwicklung oder Wiederherstellung von Biotopen und Lebensgemeinschaften bestimmter wildlebender Tier- und Pflanzenarten. Beispiele für bedeutende Naturschutzgebiete sind die Allgäuer Hochalpen, das Ampermoos und das Ammergebirge.

Bayern hat außerdem eine Vielzahl von Großschutzgebieten, die jeweils in unterschiedlichen Zonen gegliedert sind, mit jeweils unterschiedliche Entwicklungszielen und Schutzvorschriften. So ist der älteste Nationalpark Deutschlands, Bayerischer Wald, bekannt für seine unberührte Natur und große Artenvielfalt. Der alpine Nationalpark Berchtesgadener Land beeindruckt mit imposanten Berglandschaften in den Kalkalpen und seltenen Tierarten.

Das Biosphärenreservat Rhön erstreckt sich über Bayern, Hessen und Thüringen und ist für seine vielfältigen Landschaften und traditionellen Kulturlandschaften bekannt. Das Biosphärenreservat Berchtesgadener Land schließt den gleichnamigen Nationalpark ein und zeichnet sich durch seine alpine Landschaft aus.

Bayern verfügt außerdem über 19 Naturparke mit einer Gesamtfläche von 2 267 319 Hektar (entspricht 32,1 % der Landesfläche). Diese Gebiete fördern nachhaltigen Tourismus und Erholung in der Natur. Beispiele sind der Naturpark Altmühltal und der Naturpark Bayerischer Wald.

Weiterhin gibt es 84 Vogelschutzgebiete in Bayern mit einer Fläche von 548 600 Hektar (7,8 % der Landesfläche). Diese Gebiete sind speziell als Lebensräume für Vögel ausgewählt und schützen seltene und gefährdete Vogelarten.

Darüber hinaus hat Bayern 674 FFH-Gebiete (Fauna-Flora-Habitat) mit einer Fläche von 645 700 Hektar (9,2 % der Landesfläche). Diese Gebiete sind Teil des Natura 2000-Netzwerks und schützen besondere Lebensräume und Arten.

In Bayern gibt es zahlreiche Moore und Feuchtgebiete, die wichtige Lebensräume für viele Pflanzen- und Tierarten sind. Beispiele sind das Ampermoos und das Donaumoos.

Besonders geschützte Wildtiere

In Bayern gibt es eine Vielzahl besonders geschützter Wildtiere, darunter beispielsweise die majestätischen Kraniche, sie sind in den Feuchtgebieten und Mooren Bayerns anzutreffen. Braunbären sind selten, aber gelegentlich gibt es Sichtungen von Braunbären in den Alpen. Wölfe kehren langsam nach Bayern zurück und sind hauptsächlich in entlegeneren Waldgebieten zu finden. Luchse sind scheue Raubtiere und in den bergigen Regionen Bayerns heimisch. Das Rotwild ist in den Wäldern und Nationalparks Bayerns weit verbreitet. Feuersalamander sind als auffällige Amphibien in feuchten Wäldern und entlang von Bächen zu finden.

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