Bayern - Physische Übersicht

Bayern - Physische Übersicht
978-3-14-100942-2 | Seite 8 | Abb. 1 | Maßstab 1 : 1600000

Überblick

Bayern grenzt an die Bundesländer Baden-Württemberg (im Westen), Hessen, Thüringen und Sachsen (im Norden) sowie an die Tschechische Republik (im Nordosten) und an Österreich (im Südosten und Süden). Im Bodensee besteht eine Wassergrenze zur Schweiz. Wichtigster Strom ist die Donau, welche die Mitte Bayerns von Neu-Ulm bis Passau durchfließt. Ihre Nebenflüsse entwässern den größten Teil des Bundeslandes: im Norden und Nordosten Wörnitz, Altmühl, Naab und Regen, im Süden Iller, Günz, Lech, Paar, Isar und Inn. Franken im Nordwesten wird größtenteils durch den Rheinzufluss Main mit Tauber und Regnitz entwässert, das nordöstliche Oberfranken durch die Sächsische Saale und die Eger, die beide ihren Ursprung im Fichtelgebirge haben und der Elbe zufließen. Über den geologischen Untergrund, der zum Teil mitbestimmend für das geomorphologische Erscheinungsbild ist, informiert die Karte „Bayern” (s. 9.2).

Großlandschaften

Das mit 70 542 Quadratkilometern flächenmäßig größte deutsche Bundesland (ein Fünftel der Gesamtfläche Deutschlands) weist eine Vielfalt unterschiedlicher Landschaften auf. Nördlich des Mains erstrecken sich von Westen nach Osten die Mittelgebirgslandschaften Spessart, Rhön, Frankenwald, sowie östlich der Naab Fichtelgebirge, Oberpfälzer Wald und Bayerischer Wald. Südlich des Mains und nördlich der Donau schließen sich Frankenhöhe, Steigerwald, Haßberge und die Fränkische Alb als Teile des Südwestdeutschen Schichtstufenlandes an. Dazwischen liegen das mainfränkische Becken, das mittelfränkische Regnitz/Rednitz-Becken und das Ries. Südlich der Donau folgen das durch eiszeitliche Ablagerungen überformte Alpenvorland und ganz im Süden das Allgäu und die Nördlichen Kalkalpen.

Spessart, Frankenwald und Fichtelgebirge tragen noch dichte Wälder und sind auf Grund ihrer wenig ertragreichen Böden relativ dünn besiedelt. Siedlungsarm sind bis auf das vorgelagerte Oberpfälzer Hügelland die Grenzgebirge Oberpfälzer Wald und der Bayerische Wald, die beide zum Gebirgsmassiv des Böhmerwaldes zählen. In Grenznähe zur Tschechischen Republik liegen mit dem Großen Arber (1456 m) und dem Großen Rachel (1452 m) mit die höchsten Mittelgebirgsgipfel Deutschlands.

Imposant erhebt sich die Stufe der Fränkischen Alb mit der in bizarre Formen aufgelösten Karstlandschaft der Fränkischen Schweiz über die westlich von Main, Regnitz und Rednitz gelegenen niedrigeren Stufenlandschaften. Der 689 Meter hohe Hesselberg ist ein weit vorgelagerter Zeugenberg der Fränkischen Alb.

Die Moorniederungen Donauried und Donaumoos und die fruchtbare Hallertau leiten im Süden zum Alpenvorland mit seinen Schotterfeldern, Moränenlandschaften und einer vielfältigen Moor- und Seenlandschaft mit Ammersee, Starnberger See und Chiemsee, dem mit 80 km2 größten See Bayerns, über. Fruchtbare Lössböden und geringe Niederschläge haben aus dem Gäuboden (oder Dungau) mit seinem Zentrum Straubing die Kornkammer Bayerns gemacht.

Nur ein relativ kleiner, aber der wohl bekannteste und am meisten besuchte Teil Bayerns gehört zu den Alpen. Die östlich an die Allgäuer Alpen anschließenden Bayerischen Alpen sind Teil der Nördlichen Kalkalpen und umfassen von Westen aus das Wettersteingebirge mit der 2962 Meter hohen Zugspitze, Deutschlands höchstem Gipfel. Nach Osten folgen das Karwendel, das Mangfallgebirge und die Chiemgauer Alpen. Das stark verkarstete Steinerne Meer ist Teil der vorwiegend in Österreich liegenden Salzburger Alpen.

E. Astor

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