Braunschweig - Heutige Innenstadt

Braunschweig - Räume im Wandel
978-3-14-100371-0 | Seite 29 | Abb. 3 | Maßstab 1 : 20000

Wirtschafts- und Wissenschaftsstandort

Braunschweig blieb bis zum Ende des Ersten Weltkrieges im Jahr 1918 Residenzstadt des Herzogtums Braunschweig. Bis 1933 war die Stadt Mittelpunkt des Freistaates Braunschweig, bis 1945 des Landes Braunschweig. Im Zweiten Weltkrieg durch Luftangriffe stark zerstört, endete Braunschweigs Rolle als Landeshauptstadt. Bis 1990 litt die kreisfreie Stadt im Bundesland Niedersachsen unter ihrer Randlage: Braunschweig lag nur wenige Kilometer von der ehemaligen deutsch-deutschen Grenze entfernt. Mit der Wiedervereinigung rückte Braunschweig wieder in eine zentrale geographische Lage. Heute ist die Universitätsstadt mit ihren etwa 253 000 Einwohnerinnen und Einwohnern Teil der Metropolregion Hannover-Braunschweig-Göttingen-Wolfsburg. Die wirtschaftlichen Schwerpunkte liegen vor allem in den Bereichen Automobilindustrie, Maschinen- und Musikinstrumentenbau, Biotechnologie, Brauerei- und Verlagswesen.

Braunschweig ist durch die Technische Universität, die Hochschule für bildende Künste und verschiedene Forschungseinrichtungen ein bedeutender Wissenschaftsstandort.

Zentrum der Welfenstadt

Zur Braunschweiger Innenstadt gehören neben der historischen Altstadt (mit den so genannten fünf „Traditionsinseln“) auch die gründerzeitlichen Stadterweiterungen innerhalb des Wilhelminischen Rings. Der Burgplatz mit Dom und dem Burglöwen (dem auf einem hohen Podest stehenden Braunschweiger Wappentier), außerdem der Altstadtmarkt und das Magniviertel – das sind die Wahrzeichen, die aus Braunschweigs Zeit als mittelalterlicher Fachwerkstadt erhalten geblieben sind. Die Altstadt wird umgeben vom Umflutgraben des Flusses Oker und hat einen Durchmesser von 1,5 Kilometern. Sie wurde im Krieg zu 90 Prozent zerstört. Wenn das Stadtbild auch durch das Nebeneinander von unterschiedlichen Baustilen oft zerrissen wirkt, erhielt das Zentrum in den vergangenen Jahrzehnten durch die Rekonstruierung historischer Gebäude etwas vom alten Flair zurück. Begehrt sind vor allem Wohnungen in der Innenstadt und in den angrenzenden Vierteln mit seinen Bürgerhäusern.

Einen Brückenschlag zwischen Alt und Neu bilden die Schloss-Arkaden im ehemaligen Schlossgarten, die 2007 eröffneten: Hinter der rekonstruierten Fassade des Stadtschlosses, das nach Kriegsbeschädigungen 1960 abgerissen worden war, finden sich ein modernes Einkaufszentrum und verschiedene Kultureinrichtungen. 2011 wurde der Wiederaufbau der Welfenresidenz mit der Eröffnung des Schlossmuseums vervollständigt. Nördlich der Wallanlagen mit den Umlaufgräben, die den Verlauf der barocken Bastionsbefestigung noch erkennen lassen, liegt die aus dem 1745 gegründeten „Collegium Carolineum“ hervorgegangene Technische Universität.

Braunschweig auf dem Weg zum 1000-jährigen Jubiläum

In den vergangenen Jahren hat sich Braunschweigs Innenstadt weiter verändert. Mit Hilfe der Programme „Perspektive Innenstadt!“ und „Resiliente Innenstädte“ werden zahlreiche Maßnahmen umgesetzt, die Aufenthaltsqualität, Stadtklima und neue Nutzungsideen fördern. Dazu gehören unter anderem die Neugestaltung von Plätzen, neue Grünflächen und mehr Raum für Fußgängerinnen und Fußgänger.

Zudem arbeitet die Stadt daran, Braunschweig bis zum 1 000‑jährigen Stadtjubiläum im Jahr 2031 weiter aufzuwerten. Geplante Maßnahmen wie die Umgestaltung des Hagenmarkts oder weitere Grüninseln sollen das Stadtzentrum noch lebenswerter machen.