Bremerhaven - Häfen und Havenwelten
Überblick
Der Name „Bremerhaven“ ist eng mit der Gründung der Stadt verbunden. An jener Stelle gründete die Hansestadt Bremen zu Beginn des 19. Jahrhunderts an der Wesermündung eine Hafenniederlassung. Dies war die Geburtsstunde des „Bremer Haven“.
1827 entstand unter der Leitung eines niederländischen Wasserbauers ein 750 Meter langes und rund fünf Meter tiefes Hafenbecken: der Alte Hafen. Eine Schleuse stellte die Verbindung zur Weser und somit zur Nordsee her. Der Alte Hafen existiert noch heute, die Schleuse wurde später zugeschüttet.
Bremerhaven wuchs im Lauf der Jahre zu einer Stadt heran. Heute (Stand Ende 2025) leben dort rund 119 500 Menschen auf einer Fläche von knapp 94 000 km². Die höchste Erhebung von Bremerhaven liegt etwa 11 Meter über dem Meeresspiegel.
Wirtschaftsstandort Bremerhaven
Einst ein traditionsreicher Fischereihafen, hat sich Bremerhaven zu einem wichtigen Umschlags- und Verarbeitungszentrum der Lebensmittelindustrie entwickelt. Besonders die Logistikdienstleistungen spielen heute eine bedeutende Rolle, damit die Verarbeitung und Veredelung der Waren reibungslos ablaufen.
Die Bremerhavener Werften haben sich neben dem Bau von Passagier- und Spezialschiffen auch auf technische Entwicklungen und Fertigkeiten im Flugzeugbau spezialisiert.
Die wissenschaftlichen Institute der Stadt sind eng mit der maritimen und wirtschaftlichen Ausrichtung Bremerhavens verbunden. Die Hochschule bietet Ausbildungs- und Studienangebote von der Logistik bis zur Lebensmittelwirtschaft und -technologie. Mit dem Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung (AWI) befindet sich zudem eines der weltweit führenden Institute der Polar-, Meeres- und Klimaforschung in der Stadt.
Tourismus
Bremerhaven präsentiert sich als eine junge, dynamische und kulturelle Stadt, die insbesondere auf Städte-, Event- und Kurzzeit-Tourismus ausgerichtet ist. Bremerhaven verfügt über vielseitige Freizeit- und Kultureinrichtungen – hierzu zählen Theater, Museen und die „Havenwelten“ mit dem „Zoo am Meer“ und dem „Klimahaus“.
Havenwelten
Im nördlichen Hafengebiet von Bremerhaven befinden sich vor allem Gewerbe- und Industrieflächen. Die Nähe zum Containerterminal wirkt dabei besonders anziehend auf Unternehmen. Der Osthafen ist für Unternehmen im nördlichen Hafengebiet die Verbindung zu Weser und Nordsee.
Der Containerterminal in Bremerhaven gehört zu den größten Anlagen dieser Art in Europa. Die Kaianlagen sind fast fünf Kilometer lang und bieten genug Platz für einige der größten Containerschiffe der Welt. Im Jahr 2024 wurden dort rund 4,7 Millionen Container umgeschlagen. Auch insgesamt spielt Bremerhaven im Güterumschlag eine sehr wichtige Rolle: 2024 wurden hier etwa 51 Millionen Tonnen Waren über Schiffe verladen.
In Bremerhaven werden große Mengen an tiefgekühltem Fleisch, Fisch und Gemüse gelagert. Viele dieser Produkte werden vor Ort weiterverarbeitet oder über den Hafen in andere Länder verschifft. Auch beim Umschlag von Fahrzeugen gehört Bremerhaven zu den wichtigsten Häfen Europas. Seit 1975 starten von der Columbuskaje Bremerhaven jedes Jahr Kreuzfahrtschiffe – zum Beispiel zu den norwegischen Fjorden, zu den Britischen Inseln oder in die Ostsee.
Bremerhaven hat im Süden der Stadt große neue Industrie- und Gewerbeflächen geschaffen, die sich besonders gut für die Windenergie eignen. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf der sogenannten Offshore-Windenergie. Offshore bedeutet „auf dem Meer“ – also Windkraftanlagen, die nicht an Land stehen, sondern weit draußen auf der Nordsee errichtet werden. Dort weht der Wind stärker und gleichmäßiger, weshalb solche Anlagen viel Energie liefern.
Für ihren Bau werden sehr große und schwere Bauteile benötigt, die man nur an Häfen mit tiefem Wasser und geeigneten Flächen herstellen und verladen kann. Genau solche Bedingungen bietet Bremerhaven.Im Gebiet Luneort und auf Teilen der Luneplate wurden dafür große Flächen vorbereitet. Hier können Firmen Teile von Windkraftanlagen produzieren, lagern und montieren. Die Flächen sind über starke Straßen gut erschlossen und liegen nur wenige Minuten von der Autobahn A27 entfernt. Damit die schweren Bauteile auch auf Schiffe verladen werden können, gibt es in Bremerhaven mehrere geeignete Hafenbereiche. Besonders wichtig sind der Labradorhafen, der speziell für Schwerlast ausgelegt ist.