Deutschland - Ausländische Bevölkerung

Deutschland - Bevölkerung
978-3-14-100394-9 | Seite 49 | Abb. 5 | Maßstab 1 : 7000000

Überblick

Zum 31.12.2024 lebten in Deutschland knapp 12,4 Mio. Menschen mit einer ausländischen Staatsangehörigkeit, die knapp die Hälfte der Bevölkerung mit Migrationshintergrund stellen (insgesamt 25,2 Mio. Menschen, gut 30 Prozent der Gesamtbevölkerung Deutschlands). Ausländische Staatsangehörige haben einen wesentlichen Anteil daran, dass die Bevölkerungszahl Deutschlands im 21. Jahrhundert gewachsen ist, da die Bevölkerung ohne Migrationshintergrund infolge geringer Geburtenzahlen (vgl. 49.4, „Deutschland – Geburten“) und hoher Sterbeziffern kontinuierlich schrumpft. Viele Prognosen gehen davon aus, dass der Bevölkerungsanteil ausländischer Staatsangehöriger weiter steigen muss, wenn Deutschland ausreichend Arbeitskräfte zur Verfügung haben möchte.

Verteilung nach Bundesländern

Die Karte zeigt, dass der Anteil der ausländischen Bevölkerung (rund 48 Prozent der Bevölkerung mit Migrationshintergrund bzw. knapp 15 Prozent der Gesamtbevölkerung Deutschlands) im Osten deutlich kleiner ist als im Westen. Vor allem in ländlich geprägten, peripheren Regionen mit tendenziell geringerer Wirtschafts- und regressiver Bevölkerungsdynamik ist er im Osten sehr niedrig und im Westen durchweg höher, aber immer noch unterdurchschnittlich.

Rund 92,3 Prozent der ausländischen Staatsangehörigen leben in Westdeutschland oder in Berlin. Räumliche Schwerpunkte finden sich sowohl im äußersten Westen als auch im Süden; sie sind noch immer weitgehend identisch mit den ehemals stark industrialisierten Städten und Regionen, in denen wegen des Arbeitskräftemangels infolge des Wirtschaftswunders der 1950er-Jahre sogenannte „Gastarbeiter“ aus Südeuropa und der Türkei angeworben wurden.

Entsprechend war der Anteil der ausländischen Personen an der Gesamtbevölkerung der Bundesländer 2024 in den Stadtstaaten Bremen (22,8 Prozent), Berlin (22,5 Prozent) und Hamburg (19,3 Prozent) am größten, eng gefolgt von den Flächenländern Hessen und Baden-Württemberg (18,4 bzw. 18,2 Prozent). Es folgten mit etwas Abstand Nordrhein-Westfalen (15,8 Prozent), Bayern (15,6 Prozent) und das Saarland (15,1 Prozent). Es folgen drei westliche Bundesländer mit bereits etwas unterdurchschnittlichen Bevölkerungsanteilen ausländischer Staatsangehöriger (Rheinland-Pfalz mit 13,9, Niedersachsen mit 11,6 und Schleswig-Holstein mit 10,3 Prozent), gefolgt von den ostdeutschen Bundesländern mit sehr niedrigen Bevölkerungsanteilen ausländischer Staatsangehöriger: Thüringen (8,3 Prozent) , Sachsen (8,1 Prozent), Sachsen-Anhalt (7,6 Prozent), Brandenburg (7,2 Prozent) und Schlusslicht Mecklenburg-Vorpommern mit nur 6,3 Prozent.

In Ostdeutschland (ohne Berlin) lag der Anteil der Ausländerinnen und Ausländer an der Gesamtbevölkerung 2024 bei 7,6 Prozent, während er in Westdeutschland (ohne Bremen und Hamburg) im selben Jahr mit 15,6 Prozent mehr als doppelt so hoch und in den Stadtstaaten Berlin, Hamburg und Bremen mit 21,6 Prozent fast dreimal so hoch lag.

Auf Gemeindeebene gilt, dass, je größer die Einwohnerzahl der Gemeinde ist, desto größer ist tendenziell auch der Ausländeranteil an der Gesamtbevölkerung. Während er in Gemeinden mit einer Bevölkerung von weniger als 2000 Menschen bei kaum mehr als 4 Prozent lag, gehörte in den Gemeinden mit 20 000 bis 50 000 Personen rund jede achte Person zur ausländischen Bevölkerung. In den Gemeinden mit einer Bevölkerung von 500 000 Personen und mehr lag der entsprechende Anteil bei rund einem Fünftel.

Herkunftsländer der ausländischen Staatsangehörigen

Rund 36 Prozent aller Menschen mit einer ausländischen Staatsangehörigkeit in Deutschland stammen demnach aus Mitgliedsstaaten der Europäischen Union. Nach Ländern gerechnet kommt die Türkei mit 11 Prozent als Herkunftsland am häufigsten vor. Eine wichtige Rolle spielen auch die Nachfolgestaaten der ehemaligen Sowjetunion (14,3 Prozent) sowie die Staaten des ehemaligen Jugoslawiens (10,7 Prozent). Seite 2010 kamen besonders Syrer als Bürgerkriegsflüchtlinge und seit 2022 Ukrainer als Kriegsflüchtlinge nach Deutschland (6,9 bzw. 9,5 Prozent der Bevölkerung mit einer ausländischen Staatsangehörigkeit in Deutschland).

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