Deutschland - Bevölkerungsentwicklung

Deutschland - Bevölkerung
978-3-14-100453-3 | Seite 49 | Abb. 2 | Maßstab 1 : 7000000

Überblick

Die Karte zeigt die Bevölkerungsentwicklung im Zeitraum 2014 bis 2024 nach Kreisen und kreisfreien Städten. Dazu wurde der Durchschnitt der Jahre 2014 bis 2024 ermittelt, der für Gesamtdeutschland +2,4 Prozent beträgt. Am Stichtag 31.12.2014 lebten 81 197 537 Menschen in Deutschland, am 31.12.2019 waren es 83 166 711 und am 31.12.2024 83 577 140. Regional betrachtet zeigen sich größere Unterschiede. Während in einzelnen Kreisen das Bevölkerungswachstum bis zu plus 14 Prozent betrug, kam es in anderen Kreisen zu einem Bevölkerungsrückgang von bis zu minus 9 Prozent. Die Bevölkerungsentwicklung wird bestimmt durch die natürliche Entwicklung, also der Differenz zwischen der Zahl der Lebendgeburten und der Sterbefälle, sowie durch die Migration, also die Differenz zwischen Zu- und Abwanderung. Starkes Bevölkerungswachstum findet sich rund um wirtschaftlich starke Zentren wie München, Stuttgart, Köln, Frankfurt, Berlin, Hamburg oder Freiburg. Auch einzelne Städte wie Erfurt, Dresden, Leipzig, Bremen, Mainz oder Ingolstadt fallen auf. Grundsätzlich sind die westlichen Bundesländer verstärkt durch Bevölkerungszuwachs gekennzeichnet, die östlichen eher durch Bevölkerungsverluste. Starke Bevölkerungsverluste verzeichnen vor allem der Süden Brandenburgs, der Osten Mecklenburg-Vorpommerns sowie fast ganz Sachsen-Anhalt (bis auf Magdeburg), Sachsen (bis auf Leipzig und sein Umland, Dresden und Chemnitz) und Thüringen (bis auf das Städteband zwischen Gotha und Gera). In den westlichen Bundesländern sind der Norden Bayerns sowie Hessens, periphere Regionen in Rheinland-Pfalz und dem Saarland, das Sauerland in Nordrhein-Westfalen sowie das südöstliche Niedersachsen betroffen. Stark gewachsen ist die Bevölkerung hingegen in einem weiten, mondsichelförmigen Bogen von Süd- über West- und Nordwestdeutschland bis Schleswig-Holstein sowie in und um Berlin. Viele der Kreise, die Bevölkerungsverluste zu verzeichnen haben, sind bereits relativ dünn besiedelt (siehe auch Karte 48.1 „Deutschland – Bevölkerungsverteilung“) und durch Überalterung gekennzeichnet (siehe auch Karte 48.4 „Deutschland – Geburtenzahlen“). Dies ist beispielsweise auf ihre periphere Lage und wirtschaftliche Strukturprobleme besonders in den 1990er- und 2000er-Jahren zurückzuführen. Durch weitere Bevölkerungsverluste werden bereits existierende Probleme und die Aufrechterhaltung der Infrastruktur (z. B. Schulen, Gesundheitsversorgung und Pflege, öffentlicher Nahverkehr) verstärkt.

Schlagworte