Deutschland - Bevölkerungsverteilung

Deutschland - Bevölkerung
978-3-14-100371-0 | Seite 48 | Abb. 1 | Maßstab 1 : 3500000

Überblick

Betrachtet man die Verteilung der Bevölkerungsdichte in Deutschland, so lässt sich ein primäres Dichteband erkennen, welches in verschiedene Seitenarme mündet. Aus dem Ballungsgebiet Randstad in den Niederlanden kommend, verläuft es ungefähr in Nord-Süd-Richtung entlang der Nieder-, Mittel- und Oberrheinachse bis in das Schweizer Mittelland. Die Bevölkerungsdichte in Deutschland beträgt 234 Einwohner je km², in Österreich dagegen nur 110 und die Schweiz wiederum 218 Einwohner je km².

Bundesländer

Auf der Fläche eines jeden Staates ist die Bevölkerungsdichte höchst unterschiedlich verteilt. Während in Nordrhein-Westfalen beispielsweise 529 Einwohner je km² leben, sind es in Mecklenburg-Vorpommern nur 68. Die Karte zeigt besonders im nordöstlichen Deutschland eine geringe Bevölkerungsdichte. In Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg und im nördlichen Sachsen-Anhalt leben größtenteils nur 25–50 Menschen je km². Hier schließen sich mehrere bevölkerungsschwache Kreise zu größeren Räumen zusammen. In diesen ländlich geprägten Gebieten herrscht wenig wirtschaftliche Dynamik und eine hohe Überalterung, da vor allem jüngere Leute wegziehen. Auch im übrigen Bundesgebiet gibt es derartige Räume, nur sind sie dort deutlich kleiner.

Städte

Die höchste Bevölkerungsdichte findet man in Städten. Die statistisch am dichtesten besiedelte Großstadt in Deutschland ist München mit 4844 Einwohner je km² vor Berlin mit 4136 Einwohner je km² und Frankfurt am Main (3045 Einwohner je km²). Hamburg als zweitgrößte deutsche Stadt beherbergt dagegen nur rund 2467 Einwohner je km² (Stand 2024). Unter den Ballungsräumen Deutschlands ist das Ruhrgebiet die am dichtesten besiedelte Fläche in Deutschland.

Was sagt die Bevölkerungsdichte (nicht) aus?

Der Wert der statistischen Bevölkerungsdichte einzelner Städte ist nur begrenzt aussagekräftig. Sie sagt kaum etwas über die tatsächliche Bebauungsdichte und die Einwohnerdichte einzelner Wohngebiete aus. München ist die Stadt mit der höchsten Bevölkerungsdichte in Deutschland, weil die Stadtgrenzen relativ eng gezogen sind. So gehören die mit München zusammen gewachsenen Orte Gräfelfing, Neubiberg und Unterföhring beispielsweise als eigenständige Gemeinden nicht zur Stadt München. Hamburg hat durch den Hafen und durch einige ländlich geprägte Gebiete große Flächen, auf denen nur sehr wenig Menschen wohnen, sodass der Durchschnitt der Bevölkerungsdichte gesenkt wird. Auch die Wohnungsbelegung hat Auswirkungen auf die Bevölkerungsdichte. Viele Singlehaushalte in einer Stadt sprechen für eine tendenziell geringere Einwohnerdichte. Dagegen können sehr dicht bebaute Wohngebiete schnell Werte von über 10 000 Menschen pro km² erreichen. Im Berliner Stadtbezirk Friedrichshain-Kreuzberg leben 13 106 Personen je km², im Münchner Stadtteil Schwabing-West 15 725 Einwohner je km² (Stand 2024).

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