Deutschland - Landschaften
Norddeutsches Tiefland
Das Norddeutsche Tiefland reicht von der Nord- und Ostseeküste bis weit in die Mitte Deutschlands hinein – im äußersten Westen (Münsterland, Niederrhein) bis zu 180 km, im Bereich des Weserberglandes bis zu 100 km und im Osten (Leipziger Tieflandsbucht, Oberlausitz) bis zu 240 km. Beiden Küsten an Nord- und Ostsee sind zahlreiche Inseln, wie zum Beispiel die Ostfriesischen Inseln, vorgelagert. Die meisten Nordseeinseln liegen im Wattenmeer, das während der Ebbe weitgehend trockenfällt. Die Ostseeküste besteht dagegen aus Förden (schmale Meeresbuchten), größeren Buchten, Bodden (Landzungen) und Haffs sowie Flussmündungen. Der Tidenhub (Gezeiten) ist weitaus geringer als an der Nordsee und es gibt kein Watt.
Unmittelbar hinter der Nordseeküste erstreckt sich das nur knapp über dem Meeresspiegel liegende Schwemmland, die Marsch. Die etwas höher gelegene Geest schließt sich als flachwelliges Altmoränenland unmittelbar hinter der Marsch an. Moränen sind durch eiszeitliche Gletscher aufgeschobene, hügelige Schutt- und Gesteinsablagerungen. Altmoränen, wie der Südliche Landrücken, stammen dabei aus früheren Eiszeiten und wurden im Laufe der Zeit teilweise abgetragen. Jungmoränen, wie der Nördliche Landrücken, stammen dagegen aus der letzten Eiszeit (vgl. Karte 73.4 „Europa – Würm-/Weichselkaltzeit“) und sind deutlich an ihrer hügeligen Form zu erkennen. Die weiten Urstromtäler entstanden als Abflussrinnen der abschmelzenden Gletscher. In den breiten Sanderflächen lagerten die Schmelzbäche der Gletscher Sand und Kies ab. Der vom Wind aus der Moränenlandschaft ausgeblasene Löss wiederum lagerte sich am Rand der Mittelgebirge ab. Aus dem Löss entstanden sehr fruchtbare Böden, die teilweise als Börden bezeichnet werden (vgl. Karte 41.2 „Deutschland – Bodenqualität“).
Mittelgebirge
Die Mitte und weite Bereiche im Süden Deutschlands werden von Mittelgebirgen eingenommen. Sie bestehen aus mehreren größeren Gebirgssystemen, wie zum Beispiel dem Harz und dem Erzgebirge, die sich in eine Vielzahl kleinerer Bergzüge aufgliedern. Im Süden begrenzen Schwäbische bzw. Fränkische Alb und der Bayerischer Wald die Mittelgebirge, an ihrem Südrand verläuft die Donau. Die höchsten Erhebungen sind der 1493 Meter hohe Feldberg im Schwarzwald und der 1456 Meter hohe Große Arber im Bayerischen Wald. Zwischen den Mittelgebirgen spannen sich weite Beckenlandschaften wie z. B. das Thüringer Becken zwischen Harz und Thüringer Wald.
Alpenvorland
Als Alpenvorland bezeichnet man den Bereich zwischen dem nördlichen Alpenrand und einem Bogen aus Schwäbischer Alb, Fränkischer Alb und Bayerischem Wald, also ungefähr das Gebiet zwischen Alpen und Donau. Das heutige Alpenvorland war ursprünglich eine breite Mulde zwischen den Mittelgebirgen im Norden und den Alpen im Süden. Diese Mulde wurde im Laufe der Zeit mit Sedimenten aufgefüllt, die von Flüssen aus dem Alpenraum herantransportiert wurden. Während der Eiszeiten war ein Teil des Alpenvorlandes mit Alpengletschern bedeckt. Diese Gletscher überprägten das Alpenvorland, hinterließen dabei eine hügelige Moränenlandschaft und eine Kette von Seen, vom Bodensee im Westen bis zum Chiemsee im Osten.
Alpen
Die Alpen entstanden durch die Faltung der Erdkruste (vgl. Abbildung 37.5 „Entstehung eines Faltengebirges“). Die nachfolgende intensive Abtragung und die glaziale (eiszeitliche) Überformung gaben dem Hochgebirge sein heutiges Aussehen. Die Nördlichen Kalkalpen verlaufen beiderseits der Grenze zwischen Deutschland und Österreich. Höchste Erhebung ist die Hochfrottspitze mit 2649 Metern, der fast südlichste Punkt Deutschlands. Die Bayerischen Alpen liegen zwischen Lech und Inn. Hier erhebt sich die Zugspitze, der mit 2962 Metern höchste Berg Deutschlands. Die Zugspitze trägt drei kleine, in Auflösung befindliche Gletscher, den Höllentalferner, den nördlichen und den südlichen Schneeferner. In den Salzburger Alpen, die auch Berchtesgadener Alpen genannt werden, erhebt sich der Watzmann, welcher mit 2713 Metern Höhe Deutschlands zweithöchster Berg ist.