Erde - Binnenmigration - Binnenwanderung aus Bildungs-, Berufs- oder Familiengründen
Überblick
Nach Angaben des UNHCR (United Nations High Commissioner for Refugees) gab es 2024 weltweit neben den über 45 Millionen Menschen, die in ein anderes Land geflohen sind, auch 83 Millionen Binnenflüchtlinge, die innerhalb der Grenzen ihres eigenen Landes auf der Flucht waren. Seit 2000 hat sich deren Zahl mehr als vervierfacht. Binnenflüchtlinge gab in mehr als 50 Ländern, die meisten im Sudan (10,5 Mio.), in Syrien (7,4 Mio.), Kolumbien bzw. der D. R. Kongo (jeweils 7,0 Mio.), Jemen (4,5 Mio.), Somalia (3,9 Mio.), Ukraine (3,7 Mio.), Nigeria (3,3 Mio.), Afghanistan, Myanmar bzw. Äthiopien (jeweils 3,2 Mio.) und Burkina Faso (2,1 Mio.). Ursachen sind vor allem interne Konflikte wie Bürgerkriege, verfeindete Volksstämme, Guerilla-Bewegungen oder kriminelle Organisationen. Aber auch durch große Bauprojekte wie Staudämme oder den Klimawandel verlieren Menschen ihre Lebensgrundlage und werden zur Flucht gezwungen. Der Sudan war lange Zeit das Land mit der höchsten Anzahl an Binnenflüchtlingen weltweit. Erst mit der Unabhängigkeit des Südsudans im Jahr 2011 kam etwas Ruhe in die Region. In Kolumbien sind es paramilitärische Verbände und kriminelle Banden, die die Bewohner von ihrem Land vertreiben, um dort Palmen, Holz, Bananen oder Drogen anzubauen. Ein Großteil der Binnenflüchtlinge (ca. 70 Prozent) sind Frauen und Kinder. Auf ihrem Weg in sicherere Gebiete sind sie zahlreichen Gefahren ausgesetzt. Erreichen sie ihr Ziel, sind die Lebensbedingungen dort auch meist sehr schwierig. Es fehlt an bezahlter Arbeit, Wohnraum, Lebensmitteln, Schulunterricht etc.
Fast in allen Staaten der Welt ist die Binnenmigration aus Bildungs-, Berufs- oder Familiengründen hoch. Vor allem in den großen Flächenstaaten, aber auch in Staaten mit starken regionalen Disparitäten sind Binnenwanderungen zu beobachten. Sie folgen in der Regel einem Wirtschafts- und Sozialgefälle innerhalb der Staaten. Häufig sind die Hauptstädte (z. B. in Russland) bzw. die großen Metropolregionen, in denen sich die Wirtschaft konzentriert (z. B. in Ostchina), das Ziel der Migranten. In Deutschland haben 2024 ca. 2,8 Mio. Menschen ihren Wohnsitz in einen anderen Landkreis oder eine andere kreisfreie Stadt verlegt.