Erde - Grenzüberschreitende Flucht - Herkunftsstaaten

Erde - Kultur und Migration
978-3-14-100371-0 | Seite 183 | Abb. 3 | Maßstab 1 : 240000000

Überblick

Nach der Genfer Flüchtlingskonvention ist ein Flüchtling eine Person, die sich aufgrund einer begründeten Furcht vor Verfolgung aufgrund ihrer Rasse, Religion, Nationalität, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder aufgrund ihrer politischen Überzeugung außerhalb des Landes der eigenen Staatsangehörigkeit befindet, weil dieses Land keinen Schutz bieten kann oder will. In Deutschland gilt zusätzlich Artikel 16a des Grundgesetzes, nach dem politisch verfolgte Ausländer das Recht auf Asyl haben.

Herkunftsstaaten

Die Karte zeigt die Anzahl der in den Staaten lebenden anerkannten Flüchtlinge im Jahr 2024. Nach Angaben des UNHCR (United Nations High Commissioner for Refugees) waren Mitte 2024 weltweit über 45 Millionen Menschen auf der Flucht. Dazu kamen über 83 Millionen Binnenflüchtlinge, die innerhalb der Grenzen ihres eigenen Landes auf der Flucht waren. Seit 1990 haben die Zahlen stark zugenommen. Ursache dafür sind vor allem gewaltsame Konflikte innerhalb oder zwischen Staaten wie Kriege, Bürgerkriege oder extremistische Gewalt. Meist geht es dabei um Konflikte um politische Teilhabe, Diskriminierung, Ressourcenverteilung, -ausbeutung und -nutzung (Land, Wasser, Bodenschätze etc.) sowie um Konflikte zwischen ethnischen oder religiösen Gruppen. Die meisten dieser Konflikte existieren schon seit vielen Jahren; in Asien beispielsweise in Jemen, Afghanistan und Myanmar, in Afrika im Südsudan, Sudan, Somalia, Eritrea, D. R. Kongo und der Zentralafrikanischen Republik. 2024 stammten die meisten Flüchtlinge aus Venezuela (7,4 Mio.), Afghanistan (6,4 Mio.), Syrien (6,4 Mio.) und der Ukraine (6,1 Mio.), die damit bereits mehr als die Hälfte aller Flüchtlinge stellten.

Aufnahmestaaten

Der überwiegende Teil von Flüchtlingen aus Krisengebieten findet in Nachbarländern Aufnahme oder bleibt als Binnenflüchtlinge im Land selbst. So sind beispielsweise viele der 6,4 Millionen ins Ausland geflohenen Syrer in der Türkei (3,1 Mio.), dem Libanon (0,8 Mio.) und in Jordanien (0,6 Mio.) aufgenommen worden (zum Vergleich: Deutschland 0,8 Mio. Syrer), während Pakistan (1,8 Mio.) und der Iran (3,8 Mio.) die wichtigsten Aufnahmeländer für Flüchtlinge aus Afghanistan sind (2024 insgesamt 6,4 Mio. Flüchtlinge, davon 0,3 Mio. in Deutschland). Flüchtlinge aus Myanmar befinden sich vor allem in Bangladesch (1,0 Mio.). Der überwiegende Teil afrikanischer Flüchtlinge lebt in anderen afrikanischen Staaten wie Südsudan (2,2 Mio.), Sudan (2,2 Mio.), Somalia (1,1 Mio.) und der D. R. Kongo (1,1 Mio.). Weltweit haben 2024 der Iran (3,8 Mio.), die USA (3,6 Mio.), die Türkei (3,3 Mio.), Deutschland (3,1 Mio.) und Kolumbien (2,9 Mio.) die meisten Flüchtlinge aufgenommen.

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