Erdzeitalter
Überblick
Erdzeitalter bezeichnen Entwicklungsabschnitte der Erde. Die Zeitabschnitte wurden festgelegt durch Entwicklungen im Bereich der Tier- und Pflanzenwelt, der Mineral- und Gesteinsbildung, der Entstehung von Lagerstätten sowie Vorgängen, die die Erdkruste gestalten. Grob gegliedert werden die Erdzeitalter in die Erdfrühzeit, die mit der Entstehung der Erde vor ca. 4,56 Milliarden Jahren einsetzt und mit dem Auftreten vielzelliger Lebewesen mit komplexen Verhaltensmustern vor ungefähr 520 Millionen Jahren endete – das Erdaltertum, das vor 252 Millionen mit einer ökologischen Katastrophe endete, die rund 80 bis 90 Prozent allen Lebens vernichtete – das Erdmittelalter, das vor 66 Millionen Jahren mit einer weiteren, unter anderem durch den Meteoriten-Einschlag vor Yucatán bedingten Katastrophe endete (Vernichtung von bis zu 50 Prozent aller Lebensformen) – und die Erdneuzeit, die vor 66 Millionen Jahren begann und bis heute andauert. Wir leben heute im Zeitabschnitt des Quartärs in der Stufe des Holozäns.
Entwicklungen im Bereich der Tierwelt
Der Beginn des Lebens lässt sich auf das Präkambrium datieren. In diesem Erdzeitalter entstanden die ersten wirbellosen Meerestiere. Im Bereich des Erdmittelalters herrschten im Tierreich zunächst die Fische vor. Im Übergang vom Devon zum Karbon wurde das Leben an Land möglich und die Amphibien bildeten sich heraus. Erste Säugetiere entstanden in der Trias, erste Vögel in der Zeitformation Jura. Insgesamt herrschten im Erdmittelalter die Reptilien vor. In der Kreidezeit kam es jedoch zum Aussterben der Dinosaurier. In der Erdneuzeit begann die Vorherrschaft der Säugetiere. Dazu zählt auch der Mensch, der sich im Quartär entwickelte.
Entwicklung der Gebirge
Immer wieder kam es in der Geschichte der Erde zu Gebirgsbildungsprozessen. Hervorzuheben sind hierbei die Auffaltung der Variskischen Gebirge im Devon und der Alpidischen Gebirge vor 100 bis fünf Millionen Jahren. Der Harz und andere Mittelgebirge sind beispielsweise Überreste der Variskischen Gebirgsbildung. Durch Annäherung der Afrikanischen Platte an die Eurasische Platte kam es zur Entstehung von Gebirgen in ganz Europa. Die Alpidische Gebirgsbildung entstand ebenfalls durch die Annäherung der Afrikanischen an die Eurasische Platte. In diesem Zeitabschnitt wurden unter anderem die Alpen gebildet, nach denen dieser Prozess benannt ist.
Entwicklung von Lagerstätten
Bereits vor über einer Milliarde Jahren entstanden Eisenerzlagerstätten. Im Karbon, das vor 299 Millionen Jahren beendet war, führten die klimatischen Bedingungen zu ausgedehnten Sumpfwäldern. Aus diesen Sümpfen bildeten sich im Laufe der Jahrmillionen Lagerstätten von Steinkohle- oder Braunkohlevorkommen. Im Perm kam es nicht nur zur Ablagerung von Erdgasspeichergestein, sondern auch zur Ablagerung von Zechsteinsalzen. Diese Salze stammten von einem stark salzhaltigen Meer, das sich über weite Bereiche Europas erstreckte. Eine fast ein Kilometer dicke Zechsteinsalzschicht blieb von diesem Meer zurück. Auf den Salzen lagerten sich weitere Schichten der Zeitformationen Trias, Jura und Kreide ab. Durch den hohen Druck, den diese neuen Schichten auf das Salz auslösten, reagierte das Salz plastisch und verformte sich. An Bruchstellen, die durch die Gebirgsbildungsprozesse entstanden, konnte das Salz aufsteigen und an die Erdoberfläche gelangen. Somit kann es heute an diesen Stellen relativ leicht abgebaut werden.