Europa - Bevölkerungsentwicklung
Überblick
In Europa wächst die Bevölkerung in allen Staaten nur gering oder geht sogar zurück. Nur wenige Staaten (Luxemburg, Malta, Zypern, Island, Türkei, Irland, Norwegen, Schweiz und Schweden) erreichten im Durchschnitt der Jahre 2009–2024 mehr als 1 Prozent Bevölkerungswachstum pro Jahr, während die Bevölkerung in vielen Staaten nur wenig wuchs, wie in Deutschland, oder weitgehend stagnierte und vielen Staaten Ost-, Mittelost- und Südeuropas zurückging. Die größten Bevölkerungsrückgänge verzeichneten die Krisenstaaten Moldau, Bosnien und Herzegowina sowie die Ukraine. Das Bestandserhaltungsniveau (Geburtenniveau, bei dem der Erhalt der Elterngeneration durch die Kindergeneration gesichert ist) von etwas mehr als zwei Kindern pro Frau erreichten nur wenige Länder. Die Bevölkerung fast aller europäischen Staaten altert daher in demographischer Hinsicht. Auf der einen Seite nimmt die Lebenserwartung zu, auf der anderen Seite die Zahl der Geburten und die durchschnittliche Kinderzahl pro Familie ab. In zunehmendem Maße wird die Bevölkerungsentwicklung in den europäischen Staaten von Migrationsprozessen beeinflusst. Ursächlich dafür sind unterschiedlich motivierte Wanderungsbewegungen, zum Beispiel:
– von EU-Bürgern, die nicht nur zeitweise in einem anderen EU-Land arbeiten und sich dort eine dauerhafte Existenz aufbauen (z. B. Abwanderung aus Polen, Rumänien oder Bulgarien, Zuwanderung in Westeuropa),
– von Flüchtlingen, die politisches Asyl in Europa suchen, oder aus humanitären Gründen Aufnahme gefunden haben (z. B. aus Syrien oder der Ukraine),
– von hoch qualifizierten Arbeitskräften, die gezielt von Unternehmen angeworben werden. Prognosen besagen, dass im Jahr 2030 nur ein Viertel der europäischen Regionen Stabilität oder Wachstum mit Blick auf die Bevölkerung aufgrund der natürlichen Bevölkerungsentwicklung (Geburtenfälle minus Sterbefälle) erreichen können, ein weiteres Viertel kann dies durch Zuwanderung von außen erreichen; in der Hälfte aller Regionen hingegen wird die Bevölkerung mit oder ohne Zuwanderung zurückgehen.