Frankfurt am Main - Flughafen

Deutschland - Verkehr
978-3-14-100453-3 | Seite 47 | Abb. 3 | Maßstab 1 : 75000

Überblick

Der Flughafen Frankfurt Main (nach der Betreibergesellschaft auch kurz Fraport genannt) liegt etwa neun Kilometer südwestlich von Frankfurt in einem großen Waldgebiet zwischen den Orten Kelsterbach, Raunheim, Mörfelden-Walldorf und Zeppelinheim (zu Neu-Isenburg). Gemessen am Passagier- und Frachtaufkommen ist Frankfurt einer der größten Flughäfen weltweit (mit 63,2 Millionen Passagieren 2025 Platz 21, im europäischen Vergleich Platz 6, bei der Luftfracht mit 2,1 Millionen Tonnen Platz 1, zusammen mit Istanbul).

Entwicklung des Flughafens

Seine Bedeutung als zentraler Verkehrsknotenpunkt in Deutschland und Europa verdankt der Flughafen vor allem der verkehrsgünstigen Lage am Schnittpunkt wichtiger Straßen- und Schienenverbindungen innerhalb Deutschlands und West- und Mitteleuropas. Mit über 81 000 Beschäftigten in rund 500 Betrieben ist der Flughafen Frankfurt zugleich die größte Arbeitsstätte in Deutschland. Im Zweiten Weltkrieg stark beschädigt, ging der Flughafen 1945 zunächst in den Besitz der US-Armee über. Mit Wiedererlangung der deutschen Lufthoheit übernahm ihn 1955 die neu gegründete Betreibergesellschaft Flughafen AG, heute Fraport AG. Der südliche Teil des Flughafens verblieb als Rhein-Main-Airbase im Besitz der US-Armee. Die Fraport AG hat mehrere bauliche Erweiterungen durchgeführt: 1972 eröffnete Terminal 1, das vor allem die Lufthansa und ihre Partnergesellschaften beherbergt. 1994 ging Terminal 2 in Betrieb. Im Rahmen des Kapazitätsausbaus begannen 2015 im Süden des Geländes die Bauarbeiten am Terminal 3, das 2026 in Betrieb genommen wird. Der Flughafen verfügt heute über vier Landebahnen. Die beiden Landebahnen zwischen Terminal 1/2 und Terminal 3, jeweils in West-Ost-Richtung verlaufend, stammen aus den 1940er-Jahren, die im Südwesten gelegene Startbahn West wurde 1985 in Betrieb genommen. Die jüngste Landebahn Nordwest wurde 2011 für den Flugbetrieb freigegeben. Weil der zunehmende Flugverkehr Umwelt und Anwohner in nicht unerheblichem Maße belastet (Lärm, Schadstoffe, Flächenverbrauch), stoßen Ausbauvorhaben regelmäßig auf den Widerstand von Anrainern, Umweltschützern und Bürgerinitiativen.

Europas größter Luftfracht-Flughafen

Der westlich gelegene Luftfrachtbereich Cargo City (Nord & Süd) umfasst eine Fläche von insgesamt 149 Hektar, weitere 27 Hektar sollen in naher Zukunft erschlossen werden. In der etwas kleineren Cargo City Nord liegt unter anderem das Perishable Center, in dem verderbliche Güter wie Meeresfrüchte, Blumen, Gemüse und Obst gelagert werden. Im südlichen Teil des Flughafens, 2005 von den US-Streitkräften an die Fraport AG übergeben, liegt die Cargo City Süd. Auf dem 98 Hektar großen Areal haben sich vorwiegend Luftfrachtspeditionen und verwandte Dienstleistungs- und Logistikunternehmen angesiedelt.

Hub and Spokes

Besondere Bedeutung hat der Flughafen wegen seiner Hub-Funktion für die Lufthansa Group, die zusammen mit rund einem Dutzend Tochterfluggesellschaften als größtes Luftverkehrsunternehmen Europas gilt. Sie betreibt hier ein Drehkreuz (Hub, dt. „Nabe“) für Passagiere und Fracht im Interkontinentalverkehr. Die Passagiere von Interkontinentalflügen mit einem Airbus A380 beispielsweise, gelangen mit bis zu 80 unterschiedlichen Zubringerflügen (Spokes, dt. „Speichen“) zum Flughafen Frankfurt und steigen dort um. In der Umgebung des Flughafens gibt es zahlreiche weitere Unternehmen, deren Tätigkeit unmittelbar auf den Flughafen bezogen ist (zum Beispiel Transport-, Logistik- und Großhandelsunternehmen), aber auch viele Bürokomplexe, in denen überwiegend luftverkehrsbezogene Dienstleistungen ansässig sind. Außerdem haben sich Tagungszentren und Hotels etabliert, welche die Funktion des Flughafens als Hub nutzen, um Wirtschaftsmeetings und -konferenzen für Teilnehmende zu ermöglichen, die von verschiedenen Standorten an- und wieder dorthin zurückreisen.

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