Insel Mainau - Vom Bild zur thematischen Karte - Schrägluftbild

Baden-Württemberg - Vom Bild zur Karte
978-3-14-100394-9 | Seite 6 | Abb. 1

Luftbilder

Auf dem Schrägluftbild ist die Insel Mainau im Bodensee mit ihren Garten- und Grünanlagen gut zu erkennen. Durch den schrägen Aufnahmewinkel des Fotos werden jedoch einige Gebäude und Flächen von anderen Gebäuden oder von Bäumen verdeckt.

Um vom Luftbild zu einer thematischen Karte zu gelangen, wird ein weiteres Foto aus der senkrechten Perspektive benötigt. In Karten werden Räume so dargestellt, wie man sie genau von oben sehen würde. Auf einem Senkrechtluftbild sind zwar bestimmte Details, wie zum Beispiel Gebäudefassaden oder Unterschiede in der Höhe der Bäume, nicht mehr erkennbar, dafür bietet es eine übersichtliche Gesamtdarstellung. Im Gegensatz zum Schrägluftbild zeigt beim Senkrechtluftbild der obere Bildrand nach Norden: Die Aufnahme ist genordet. Da Karten in der Regel ebenfalls nach Norden ausgerichtet sind, eignet sich ein solches Senkrechtluftbild besonders gut als Grundlage für die Kartenerstellung.

Maßstab und Generalisierung

Die Senkrechtaufnahme der Insel Mainau wurde aus 1000 Metern Höhe gemacht. Je nachdem, wie hoch der Aufnahmepunkt des Senkrechtluftbilds liegt, desto kleiner oder größer wird der Maßstab der später daraus entstehenden Karte. Der Maßstab gibt immer an, wie stark die Wirklichkeit in einer Karte verkleinert wurde. Die thematische Karte, die aus dem Senkrechtluftbild von Mainau entstanden ist, besitzt den Maßstab 1: 8 000.Da nicht jede Einzelheit der Landschaft in der Karte aufgenommen werden kann, vereinfachen Kartographinnen und Kartographen die Wirklichkeit bei der Herstellung einer Karte. Diesen Vorgang nennt man Generalisierung. Gebäude erscheinen dann oft nur im Grundriss. Andere, weniger bedeutsame Details wie zum Beispiel einzelne Autos, Schiffe oder Bäume werden in der Karte gar nicht berücksichtigt.Bei Aufnahmen aus sehr großen Höhen ist die Darstellung der Wirklichkeit noch stärker verkleinert. Je stärker die Wirklichkeit verkleinert wird, desto kleiner ist der Maßstab der Karte. Bei kleinen Maßstäben, zum Beispiel bei einer Straßenkarte im Maßstab 1:250 000, gehen durch die Verkleinerung viele Einzelheiten verloren. Städte und Straßen erscheinen in diesen Karten nur noch als Kreise und Linien.

Legende

In der Legende wird jedes Kartenzeichen erklärt, sodass man die Karte einfach lesen kann. Kartenzeichen oder auch Signaturen sind Symbole, mit denen die Kartographin oder der Kartograph die einzelnen Objekte und Sachverhalte in der Karte darstellt. Meistens verwendet man in der Kartographie ähnliche Symbole für die gleichen darzustellenden Objekte. In der thematischen Karte der Insel Mainau stehen die in einem Gelbton markierten Flächen zum Beispiel für „Blumenbeete“. In anderen Karten könnte eine solche Flächenfarbe Ackerbauflächen darstellen.

Die Insel Mainau

Die Insel Mainau liegt im Bodensee, nahe der Stadt Konstanz. Sie ist durch eine Brücke mit dem Festland verbunden und gehört zu den größten Inseln im Bodensee. Durch die geschützte Lage und das milde Klima wachsen hier besonders viele Pflanzen, auch solche aus südlicheren Breitengraden.

Schon vor vielen tausend Jahren lebten Menschen auf der Insel. Archäologische Funde zeigen, dass die Mainau bereits in der Steinzeit genutzt wurde. Nach dem Ende der Römerzeit im Bodenseeraum siedelten hier die Alemannen, die meist durch Ackerbau und Tierzucht in kleinen Dörfern lebten und Häuser aus Holz bauten. Im Mittelalter kam die Insel in den Besitz des Deutschen Ordens. Dieser ließ eine Burg errichten und verwaltete die Mainau viele Jahrhunderte lang. Im 18. Jahrhundert entstanden das Schloss Mainau und die barocke Schlosskirche, die bis heute erhalten sind.

Im Jahr 1853 kaufte Großherzog Friedrich I. von Baden die Insel. Er machte die Mainau zu seinem Sommersitz und begann, Parks und Gärten anzulegen. Von seinen Reisen brachte er viele exotische Bäume und Pflanzen mit. So entstand der Grundstein für die heutige Gartenlandschaft.

Im 20. Jahrhundert gestaltete Graf Lennart Bernadotte die Insel weiter. Er öffnete die Mainau für Besucher und machte sie international bekannt. Heute ist die Insel Mainau als „Blumeninsel“ berühmt. Jedes Jahr blühen hier Millionen von Blumen, darunter Tulpen, Rosen und Dahlien. Palmen, seltene Bäume und Gewächshäuser machen die Mainau zu einem besonderen Natur- und Ausflugsziel.

Tagestourismus

Die Insel Mainau ist eines der bekanntesten Ausflugsziele am Bodensee. Jedes Jahr besuchen bis zu eine Million Menschen aus Deutschland und vielen anderen Ländern die Insel. Sie kommen, um die Gärten, Blumen und historischen Gebäude zu sehen und Zeit in der Natur zu verbringen.

Zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten gehören das Schloss Mainau und die barocke Schlosskirche. Rund um das Schloss liegen große Park- und Gartenanlagen mit Blumen, besonderen Bäumen und Pflanzen aus verschiedenen Teilen der Welt. Sehr bekannt sind die jahreszeitlichen Blumenpflanzungen: Im Frühling blühen Tulpen, im Sommer Rosen und im Herbst vor allem Dahlien. Außerdem gibt es ein Palmenhaus, ein Schmetterlingshaus und gut ausgebaute Wege zum Spazierengehen.

Die Insel Mainau ist gut erreichbar. Besucherinnen und Besucher können zu Fuß über eine Brücke vom Festland auf die Insel gelangen. Viele reisen auch mit dem Schiff über den Bodensee an. Auf der Insel gibt es Gaststätten, Sitzplätze, Spielbereiche für Kinder und zahlreiche Informationsangebote.

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