Karlsruhe - „Residenz des Rechts“
Überblick
Mit rund 309 000 Einwohnerinnen und Einwohnern (Stand 2024) ist Karlsruhe – nach Stuttgart und Mannheim – die drittgrößte Stadt in Baden‑Württemberg. Die Stadt ist Sitz des Bundesgerichtshofs und des Bundesverfassungsgerichts und gilt daher bundesweit als „Stadt des Rechts Karlsruhe wurde 1715 gegründet und zählt damit zu den jüngeren Großstadtgründungen Deutschlands. Charakteristisch ist der planmäßig angelegte Stadtgrundriss: Mittelpunkt der Stadt ist der Turm des Karlsruher Schlosses, von dem 32 Straßen und Wege strahlenförmig in verschiedene Richtungen auseinanderlaufen. Durch diese fächerförmige Struktur erhielt Karlsruhe den Beinamen „Fächerstadt“.
Die heutige Innenstadt
Das äußere Bild der Karlsruher Innenstadt wird maßgeblich vom Karlsruher Schloss mit dem Schlossgarten und dem Schlossplatz geprägt. Das barocke Schloss besteht aus zwei Flügelbauten und einem zentralen, achteckigen Schlossturm. Vom Turm aus bietet sich ein weiter Blick über den Schlossgarten und die Innenstadt. Im Schloss ist heute das Badische Landesmuseum untergebracht.
Die Schlossanlage wird im Inneren von der Straße Zirkel kreisförmig begrenzt und im Schlossgarten durch den halbkreisförmig verlaufenden Ahaweg eingefasst. Innerhalb dieses historischen Rings befinden sich zahlreiche bedeutende öffentliche, kulturelle und wissenschaftliche Einrichtungen. Auf der östlichen Seite des Schlosses liegen zentrale Gebäude des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT). Westlich des Schlosses schließt sich der Botanische Garten an, der als grüne Oase der Innenstadt gilt und von den historischen Bauten der Orangerie und der Staatlichen Kunsthalle eingerahmt wird. Südwestlich des Schlossgartens befindet sich das Bundesverfassungsgericht, das die nationale Bedeutung Karlsruhes als „Stadt des Rechts“ unterstreicht.
Die zentrale Südachse der Stadt verläuft vom Schloss über den Marktplatz bis zum Ettlinger Tor. Der Marktplatz bildet das historische Zentrum der Innenstadt und ist Teil der großen Fußgängerzone. Auf ihm steht die Karlsruher Pyramide, eines der bekanntesten Wahrzeichen der Stadt; unter ihr befindet sich das Grab des Stadtgründers Markgraf Karl Wilhelm. Am Marktplatz liegen außerdem das Rathaus sowie die Evangelische Stadtkirche.
Die Hauptfußgängerzone und der wichtigste Einkaufsbereich erstrecken sich entlang der Kaiserstraße, der zentralen Ost‑West‑Achse der Innenstadt. Sie verläuft vom Europaplatz im Westen über Marktplatz und Kronenplatz bis zum Durlacher Tor im Osten. Der zentrale Einkaufsbereich konzentriert sich dabei vor allem auf den Abschnitt zwischen Europaplatz und Kronenplatz. Am Europaplatz befindet sich im Gebäude der ehemaligen Hauptpost die „Postgalerie“, ein innerstädtisches Einkaufszentrum.
Im Kartenausschnitt ist außerdem die Kirche St. Stephan zwischen Herrenstraße und Ritterstraße zu finden. Sie ist die älteste katholische Kirche Karlsruhes und eines der bedeutendsten klassizistischen Sakralbauwerke der Innenstadt. Gegenüber von St. Stephan liegt die Badische Landesbibliothek, deren moderner Neubau einen wichtigen kulturellen Akzent im Stadtbild setzt.
Projekt Stadtbahntunnel
Der Stadtbahntunnel Karlsruhe ist Teil eines umfassenden Stadtentwicklungs- und Verkehrsprojekts, das auf eine grundlegende Neuordnung der Innenstadt abzielt. Zentrales Element ist die Untertunnelung der Kaiserstraße als wichtigste Einkaufsstraße sowie der Südachse mit dem Bereich um den Marktplatz. Ziel war es, die zuvor oberirdisch geführten Straßenbahnlinien in den Untergrund zu verlegen.
Der Bau des Tunnels begann 2010, die Inbetriebnahme erfolgte Ende 2021. Seitdem verkehren die Stadtbahnen auf den zentralen innerstädtischen Achsen unterirdisch. Dadurch wurde die Kaiserstraße dauerhaft vom Schienenverkehr entlastet und oberirdisch neu gestaltet. Es entstanden breitere Fußgängerzonen, Aufenthaltsflächen sowie neue Grün- und Platzbereiche, wodurch sich die Aufenthaltsqualität in der Innenstadt deutlich verbessert hat.
Der Stadtbahntunnel bildet heute einen festen Bestandteil des Karlsruher Nahverkehrssystems und trägt zu einer besseren Verkehrsführung sowie zur klareren Trennung von Fußgänger‑ und Bahnverkehr bei. Das Projekt war über viele Jahre hinweg politisch und gesellschaftlich umstritten, wurde jedoch durch einen Bürgerentscheid im Jahr 2002, bei dem sich eine knappe Mehrheit für den Bau aussprach, demokratisch legitimiert.