Niedersachsen - Bevölkerungsdichte
Überblick
Aus der Einwohnerzahl und der Fläche eines Landes lässt sich die Bevölkerungsdichte berechnen. Sie beschreibt die durchschnittliche Einwohnerzahl eines Landes pro Quadratkilometer. Die Bevölkerungsdichte gibt somit Aufschluss über den Grad der Besiedlung einer Fläche. Generell ist die Bevölkerungsdichte in Städten mit geringer Fläche und hohen Einwohnerzahlen höher als in ländlichen Gebieten mit großer Fläche und vergleichsweise geringeren Einwohnerzahlen.
Niedersachsen ist mit 47 635 km² – nach Bayern – das zweitgrößte Bundesland in Deutschland. Auf dieser Fläche leben etwa 8,0 Millionen Menschen (Stand Dezember 2024). Daraus ergibt sich eine Bevölkerungsdichte von 168 Einwohnern je km². Damit gehört Niedersachsen zur Gruppe der Bundesländer mit relativ geringer Bevölkerungsdichte. Das bundesweite Schlusslicht in dieser Rangliste bildet Mecklenburg-Vorpommern mit 68 Einwohnern je km².
Zum Vergleich: Bremen (mit Bremerhaven) als Stadtstaat hat mit rund 586 300 Einwohnerinnen und Einwohnern auf einer Fläche von 325,4 km² eine Einwohnerdichte von 1 803 Einwohnern je km².
Bevölkerungsverteilung in den Gemeinden
Die Karte 24.1 zeigt die Verteilung der Bevölkerungsdichte nach Gemeinden, die die unterste Verwaltungsebene darstellen. Deutlich fallen die Verdichtungsräume rund um Bremen, Hamburg, Osnabrück sowie der Bereich rund um die Landeshauptstadt Hannover ins Auge. Auch die Städte Braunschweig und Wolfsburg mit einer Bevölkerungsdichte von über 500 Einwohnern je km² zählen zu den am dichtesten besiedelten Regionen in Niedersachsen.
Auffällig sind auch jene Gemeinden, in denen weniger als 25 Einwohner pro Quadratkilometer leben. Dazu gehören zum Beispiel mehrere Gemeinden im Süden Niedersachsens, etwa im Harz (Landkreis Goslar) sowie im Bereich der Südheide im Landkreis Gifhorn und in den Höhenzügen Solling und Ith im Landkreis Holzminden. Sehr geringe Bevölkerungsdichten finden sich außerdem in Teilen der Lüneburger Heide und im östlichsten Landkreis LüchowDannenberg, dem früheren Zonenrandgebiet.
Bevölkerungsverteilung in den kreisfreien Städten und Landkreisen
Betrachtet man die durchschnittlichen Bevölkerungsdichten auf Ebene der kreisfreien Städte und Landkreise (vgl. Land-/Stadtkreisgrenzen in der Karte) ergibt sich – im Vergleich zur Gemeindeebene – ein etwas anderes Bild. Mit Abstand am dichtesten besiedelt sind die kreisfreien Städte Oldenburg, Osnabrück, Braunschweig und Delmenhorst. Diese vier Städte weisen Bevölkerungsdichten von über 500 Einwohnern je km² auf (Oldenburg: 1 713 Einw./km²; Osnabrück: 1 386 Einw./km²; Braunschweig: 1 313 Einw./km²; Delmenhorst: 1 304 Einw./km², jeweils Stand Dezember 2024). Im Vergleich dazu betragen die Bevölkerungsdichten der kreisfreien Städte Wolfsburg und Salzgitter im Osten, Wilhelmshaven im Norden und Emden im Westen teilweise deutlich weniger als die Hälfte (zwischen 400 und 800 Einw./km²).
Auf Ebene der Landkreise hat die Region Hannover (Zusammenschluss aus ehemals Landkreis Hannover und kreisfreier Stadt Hannover) die höchste Bevölkerungsdichte. Dort lebten im Dezember 2024 mehr als 1,14 Millionen Menschen auf einer Fläche von rund 2 300 km². Die sich daraus ergebende, relativ hohe Bevölkerungsdichte von 497 Einwohnern je km² beruht vor allem auf der dichten Besiedlung der Landeshauptstadt Hannover.
Niedersachsen und die Nachbarregionen
Niedersachsen zählt insgesamt zu den dünner besiedelten Bundesländern in Deutschland. Besonders im Westen wird der Unterschied sichtbar: In Nordrhein‑Westfalen und in den Niederlanden leben in vielen Gebieten weit über 200 Menschen pro Quadratkilometer, sodass die Landschaft dort deutlich urbaner und dichter bebaut wirkt.
Nach Osten hin verändert sich das Bild erneut. In Sachsen‑Anhalt und Mecklenburg‑Vorpommern liegt die Bevölkerungsdichte in vielen Gemeinden und Landkreisen häufig unter 100 Einwohnern pro Quadratkilometer. Diese Regionen sind geprägt von großen ländlichen Räumen und weit auseinanderliegenden Siedlungen.
Damit liegt Niedersachsen zwischen zwei Gegensätzen: dem dicht besiedelten Westen mit seinen Ballungsräumen und dem flächenhaft dünn besiedelten Osten, in dem weite Landschaften dominieren.