Niedersachsen - Temperaturen im Jahr
Überblick
Die Karte zeigt die Verteilung der Jahrestemperaturen in Niedersachsen und Bremen im langjährigen Mittel. Solche langjährigen Mittel beruhen auf Messungen über einen langen Zeitraum, meistens 30 Jahre.In Niedersachsen werden die unterschiedlichen Jahresmitteltemperaturen (oder auch Jahresdurchschnittstemperaturen) vor allem durch das Relief bestimmt.
Temperaturverteilung in Niedersachsen und Bremen
Im flachwelligen nördlichen Teil Niedersachsens sowie in Bremen und Bremerhaven liegen die Jahresdurchschnittstemperaturen zwischen 8 bis 10°C. Nur im westlich liegenden Emsland, im südlichen Abschnitt der Weser sowie dem westlichen Großraum Hannover sowie rund um Wolfsburg erreichen die Temperaturen Durchschnittswerte von über 10°C im Jahr.Im südlichen Niedersachsen, am Übergang zur Mittelgebirgsschwelle, kommt der Einfluss des Reliefs auf die Temperaturen zur Geltung: Weil in den höheren Lagen weniger Sonnenenergie in fühlbare Wärme umgewandelt wird, sind die Temperaturen entsprechend niedriger. Hinzu kommen höhere Windgeschwindigkeiten, die ebenfalls zu geringeren Temperaturen führen. So sinken die Durchschnittstemperaturen in Teilen des Weserberglandes und des Leineberglandes auf Werte zwischen 7 bis 8°C im Jahr. Die niedrigsten Mittelwerte um 7°C werden auf über 500 Meter Höhe im Solling erreicht. Die tiefsten Temperaturen in Niedersachsen verzeichnen die höheren Lagen des Harzes. Das Minimum wird zwischen dem Wurmberg – dem höchsten Berg Niedersachsens (971 m ü. M.) – und dem in Sachsen-Anhalt liegenden Brocken (1142 m ü. M.) erzielt. In diesem Bereich liegen die Durchschnittstemperaturen bei unter 5°C im Jahr. Der gesamte Harz hebt sich als so genannte „Kälteinsel“ mit Temperaturen von unter 8°C von seiner Umgebung ab.
Mehr Hitzetage in Niedersachsen
Der Klimawandel zeigt sich in Niedersachsen besonders deutlich an der steigenden Zahl von Hitzetagen, also Tagen mit mindestens 30°C. Ein Vergleich der Zeiträume 1961–1990 und 1991–2020 zeigt klar, dass alle Messstationen in der Karte im Vergleich zu früher mehr Hitzetage registrieren. In vielen Regionen hat sich ihre Zahl sogar fast verdoppelt. In Göttingen steigt der Durchschnitt von früher 5 auf 10 Hitzetage pro Jahr. Selbst im sonst eher kühlen Emden, das durch die Nähe zur Nordsee normalerweise geringere Höchsttemperaturen erreicht, zählt man jährlich etwa 4 Tage mit über 30°C. Auch in den höheren Lagen des Harzes, etwa in Braunlage, werden inzwischen im Mittel 2 Hitzetage gemessen – früher gab es dort keinen einzigen.