Schleswig-Holstein - Landwirtschaft
Überblick
Mit seinem maritimen Klima und den fruchtbaren Böden bietet das „Land zwischen den Meeren“ ideale Voraussetzungen für die pflanzliche Produktion. Doch obwohl rund 68 Prozent der Landesfläche landwirtschaftlich genutzt werden, ist Schleswig-Holstein kein Agrarland. Der Produktionsanteil der Landwirtschaft (einschließlich Forstwirtschaft und Fischerei) ist zwar höher als im bundesweiten Durchschnitt, doch beträgt der Anteil an der gesamten Wirtschaftsleistung Schleswig-Holsteins nur etwa 1,47 Prozent (Stand 2025).
Von insgesamt etwa 1,58 Mio. Hektar (ha) Landesfläche wurden in Schleswig-Holstein 2024 rund 1,08 Mio. ha landwirtschaftlich genutzt, davon rund 657 100 ha für Ackerbau und 315 700 ha für Grünland.
Ackerbau und Sonderkulturen
Ein großer Teil des Ackerlands liegt in den Marschen und im östlichen Hügelland. Dort zeigt sich deutlich, welche Kulturen in Schleswig‑Holstein am wichtigsten sind. Rund 40 Prozent der gesamten Ackerfläche werden für den Getreideanbau genutzt. Das entspricht 265 700 ha. Besonders viel Platz nimmt dabei der Weizen ein: Winter- und Sommerweizen zusammen wachsen auf 126 400 ha.
Einen weiteren Schwerpunkt bildet der Silomais, der vor allem für Tierfutter angebaut wird. Er wächst auf 159 400 ha. Auch Winterraps, der eine wichtige Ölfrucht ist, spielt eine große Rolle und nimmt 70 800 ha ein. Deutlich kleiner sind die Flächen der Hackfrüchte: Zuckerrüben und Kartoffeln werden zusammen auf 17 600 ha angebaut. Die Statistik fasst beide Kulturen gemeinsam.
Ebenfalls bedeutsam ist der Anbau von Sonderkulturen. Das Hauptanbaugebiet der Obstkulturen liegt in den Elbmarschen westlich von Hamburg. Das „Alte Land“ am Südufer der Unterelbe, das teilweise zu Hamburg gehört, zählt zu den größten Obstbaugebieten Mitteleuropas. Die Vier- und Marschlande sind Hamburgs Blumen- und Gemüsegarten. Zwischen Mölln und Lübeck liegt das Zentrum des Spargelanbaus. Der Kreis Dithmarschen ist das größte geschlossene Kohlanbaugebiet Deutschlands. Im Kreis Pinneberg befindet sich ein Schwerpunkt der Baumschulbetriebe.
Viehhaltung
Die Milch- und Rinderwirtschaft in Verbindung mit Futteranbau konzentriert sich vor allem auf die Marsch und die angrenzenden Geestgebiete. 2025 wurden in Schleswig-Holstein rund 869 000 Rinder und etwa 320 000 Milchkühe gezählt. Schweinezucht findet sich vor allem im östlichen Hügelland. Grundsätzlich gehört Schleswig-Holstein zu den Regionen mit relativ wenigen Schweinen (insgesamt rund 1 Mio.; im Vergleich Niedersachsen: 6,86 Mio.). Auch Hühner und Schafe haben in der Viehzucht eine eher geringe Bedeutung.
Forstwirtschaft
Forst- und Holzwirtschaft spielen in Schleswig-Holstein eine untergeordnete Rolle. Wald bedeckt nur etwa 10 Prozent der Landesfläche: Damit ist Schleswig-Holstein das waldärmste Flächenland Deutschlands. Die Schwerpunkte der heutigen Buchen- und Laubmischwälder liegen in Ostholstein und Laubenburg. Auf der hohen Geest und am Geestrand weisen die Wälder den höchsten Anteil an Nadelbäumen auf. Die Marschen an der Westküste sind nahezu waldfrei.
Nahrungs- und Genussmittelindustrie
Entsprechend der Agrarlandschaft finden sich in Schleswig-Holstein verbreitet Betriebe der Milch- und Fleischverarbeitung. In den Anbaugebieten von Sonderkulturen, etwa in Dithmarschen, im Alten Land und den Vier- und Marschlanden, haben sich Betriebe der Obst- und Gemüseverarbeitung angesiedelt. An der Küste und in den Hafenstädten Hamburg, Lübeck, Flensburg befinden sich Fischfabriken. Größere Brauereien sitzen insbesondere in Hamburg, Flensburg und Marne.