Schleswig-Holstein - Niederschläge im Jahr
Überblick
Die Karte zeigt die Verteilung der Jahresniederschläge in Schleswig-Holstein und Hamburg im langjährigen Mittel. Solche langjährigen Mittel beruhen auf Messungen über einen langen Zeitraum, meistens 30 Jahre.
In Schleswig-Holstein und Hamburg werden die unterschiedlichen Jahresniederschläge vor allem durch das flachwellige Relief sowie die Lage an Nord- und Ostsee bestimmt.
Niederschlagsverteilung in Schleswig-Holstein und Hamburg
Die jährlichen Niederschlagssummen nehmen in Schleswig-Holstein tendenziell von Westen nach Osten ab. An der Nordseeküste und im Landesinneren belaufen sich die Niederschlagswerte auf 800 bis 900 mm im Jahr – Ausnahmen bilden die Nordfriesischen Inseln und einige Küstenabschnitte mit geringeren Werten. Stellenweise werden Werte von über 900 mm erreicht, etwa südöstlich von Heide und im Flensburger Raum. Nach Osten fallen die Werte auf 700 bis 800 mm Jahresniederschlag, schließlich auf 600 bis 700 mm (insbesondere an der südlichen Ostseeküste). Auf Fehmarn liegen die Niederschlagswerte bei unter 600 mm. In Hamburg werden vorwiegend Werte zwischen 700 und 800 mm Niederschlag im Jahr erzielt.
Ursache für die allgemeine Abnahme der Werte von Westen nach Osten ist die wachsende Entfernung vom Atlantik. Wetterbestimmende Tiefdruckgebiete „wandern“ bei vorherrschenden Westwinden von Westen nach Osten und verlieren Richtung Osten an Einfluss. Somit nehmen auch die Niederschläge von Westen nach Osten tendenziell ab (siehe auch Erläuterungen zur Karte 75.4 „Europa – Niederschläge im Jahr“).
Schneetage im Zeichen des Klimawandels
Ein Vergleich der letzten beiden Klimaperioden 1961-1990 und 1991-2020 zeigt deutlich, wie der Klimawandel die Winter in Schleswig-Holstein und Hamburg verändert. Die Zahl der Schneetage – damit sind Tage gemeint, an denen die Niederschläge tagsüber ausschließlich als Schnee fallen – ist an vielen Orten deutlich gesunken.
Gut erkennbar wird das an weit auseinanderliegenden Messstellen: Auf der Nordseeinsel Sylt (in Westerland) ging die Zahl der Schneetage von 24 auf 14 zurück, also um fast 50 Prozent. Im Binnenland von Dithmarschen, etwa in Helse, verringerte sich die Zahl sogar von 30 auf 14, ein Minus von über 50 Prozent. Weiter östlich, auf der Insel Fehmarn, sank sie im Mittel von 34 auf 19 Schneetage im Jahr. Selbst Hamburg, das etwas weiter im Süden liegt, verzeichnet einen Rückgang von 32 auf 18 Schneetage.
Diese Beispiele aus Küsten-, Insel-, Binnen- und Großstadtlagen zeigen ein klares Muster: Schneetage treten heute deutlich seltener auf als früher. Das ist ein sichtbares Zeichen dafür, dass die Winter in der Region milder geworden sind – eine typische Folge des Klimawandels.