Südliches Baden-Württemberg - Physische Karte

Südliches Baden-Württemberg - Physische Karte
978-3-14-100394-9 | Seite 16 | Abb. 1 | Maßstab 1 : 500000

Überblick

Die Karte zeigt den südlichen Teil Baden-Württembergs. Vom tief gelegenen Oberrheingraben im Westen steigt das Land steil zum Schwarzwaldkamm auf. Das Mittelgebirge fällt nach Osten zu den Tälern von Neckar und Donau (mit ihren Quellflüssen) sanft ab und geht ins Süddeutsche Schichtstufenland über. Südlich der Donau beginnt mit Oberschwaben das hügelige Alpenvorland, das östlich des Bodensees ins Allgäu übergeht.

Schwarzwald und Vorhügelzone

Dem Schwarzwald im Westen vorgelagert sind der Kaiserstuhl, die Ortenau, der Breisgau und das Markgräfler Land (siehe auch Karte 12.1, „Physische Übersicht“). Der isoliert im Oberrheinischen Tiefland liegende Kaiserstuhl (Gradfeld A 2) ist ein bis zu 557 Meter hohes Mittelgebirge vulkanischen Ursprungs. Die Regionen Ortenau, Breisgau und Markgräfler Land gehören zur landwirtschaftlich intensiv genutzten Vorhügelzone, geprägt durch den Anbau von Sonderkulturen wie Gemüse, Obst und Wein.

Der Schwarzwald fällt nach Süden steil zum Hochrhein und nach Westen steil zum Oberrhein ab. Der südliche, am stärksten emporgehobene Teil des Schwarzwaldes besteht aus altem Grundgebirge, während der Norden aus Buntsandstein aufgebaut ist (siehe auch Karte 19.2, „Geologische Übersicht“). Im Süden lassen sich Spuren einer ehemaligen Vergletscherung feststellen. Der im Südwesten vorgelagerte Dinkelberg (Gradfeld A 3) ist ein rund 536 Meter hoher Gebirgszug, der aus Muschelkalk aufgebaut ist. Es finden sich dort sehenswerte Karsterscheinungen, darunter zwei Tropfsteinhöhlen.

Nach Osten geht der Schwarzwald mit sanften Geländeformen allmählich ins Süddeutsche Schichtstufenland mit der Schwäbischen Alb über. Zwischen Schwarzwald und Schwäbischer Alb erstreckt sich die Hochebene der Baar, die in ihrem Kerngebiet rund 670 bis 750 Meter hoch liegt.

Schwäbische Alb

Die Schwäbische Alb ist ein etwa 200 Kilometer langes Mittelgebirge. Es bildet die höchste Stufe des Süddeutschen Schichtstufenlandes und ist vor allem aus Jura-Kalkstein aufgebaut. In alten Meeresablagerungen haben sich dort zahlreiche Fossilien erhalten. Die Schwäbische Alb gliedert sich – von Südwesten bis Nordosten – in die Abschnitte Heuberg, Hohe Alb, Albuch und Härtsfeld. Die Schwäbische Alb ist das größte zusammenhängende Karstgebiet Mitteleuropas mit zahlreichen Höhlen, Dolinen, Quelltöpfen und Trockentälern.

Bei Bad Urach (Gradfeld D 2) wird die Karstlandschaft von zahlreichen vulkanischen Ausbruchsstellen unterbrochen. Dort befindet sich der so genannte „Schwäbische Vulkan“, der vor etwa 16 bis 17 Millionen Jahren an verschiedenen Stellen ausbrauch und vulkanisches Material zutage förderte – insgesamt wurden im Vulkangebiet um Bad Urach über 350 Vulkanschlote (Diatreme) gezählt.

Oberschwaben, Allgäu und Bodensee

Die vulkanisch geprägte Landschaft des Hegau (Gradfeld C 3) bildet den Übergang von der Schwäbischen Alb zur alten Kulturlandschaft um den Bodensee. Das Hinterland des Bodensees zählt zu Oberschwaben, das etwa bis zur Donau reicht. Im Osten bildet die Iller eine natürliche Grenze zu Bayern. Der Linzgau mit dem markanten Höchsten (833 Meter, Gradfeld D 3) ist ein bedeutendes Obstbaugebiet. Zu Oberschwaben zählt auch das Westallgäu um Isny (Gradfeld F 3), das als sonnenreichste Region Deutschlands gilt. Der höchste Punkt des Westallgäus ist der Schwarze Grad (1118 Meter, siehe Karte 12.1 „Physische Übersicht“).

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