Skandinavien und Baltikum - Physische Karte

Nordeuropa - Physische Karte
978-3-14-100371-0 | Seite 62 | Abb. 2 | Maßstab 1 : 6000000

Überblick

In Skandinavien überlagern sich von Norden nach Süden verschiedene geologische Formen. Dazu gehören Reste des Urkontinents Gondwana und das sogenannte kaledonische Gebirge, welches vor rund 400 Millionen Jahren in Norwegen zum Hochgebirge der Skanden aufgefaltet wurde. Das kaledonische Gebirge wird nach dem Zeitalter seiner Entstehung benannt.

Lage

Die Skandinavische Halbinsel ist mit einer Fläche von rund 800 000 Quadratkilometern (km2) die größte Halbinsel Europas. Im Osten wird sie durch die Ostsee mit dem Bottnischen Meerbusen begrenzt. Im Westen bilden das Europäische Nordmeer und die Nordsee die Grenze. Im Nordosten besteht eine Landverbindung nach Finnland. Das Baltikum, zu dem die Staaten Estland, Lettland und Litauen gezählt werden, grenzt östlich an die Ostsee bzw. im Norden an den Finnischen Meerbusen.

Landschaft

Dem Gebirge der Skanden im Westen und Nordwesten stehen die Becken der Ostsee und weitgehend ebene Landschaften im Osten (Südfinnland) und Süden (Jütland, Südschweden) gegenüber. Die Skanden tragen aufgrund ihrer Höhe in einigen Regionen Gletscher. Den höchsten Berg Norwegens und ganz Skandinaviens bildet der Galdhøpiggen im Jotunheimen-Gebirge mit 2469 m über dem Meeresspiegel. In Schweden ragt der Kebnekajse mit 2111 m am höchsten über den Meeresspiegel empor. Mehrere Plateaugletscher bedecken die Skanden, darunter Jostedalsbreen und Svartisen.

Zwischen den Skanden und der Ostsee liegt eine nach Nordwesten und Südosten ausgerichtete Ebene (Abdachung). Diese Ebene fällt vor allem durch den parallelen Verlauf der Flüsse besonders in Nordschweden auf. Der skandinavische Raum war während der letzten Kaltzeiten von Inlandeis bedeckt. Entsprechend zeigen die Oberflächen an Küsten, in Tälern und in den Ebenen vielfältige Spuren und Formen, die durch wachsende und wieder abschmelzende Gletscher entstanden sind (sogenannte glaziale und periglaziale Formen). Auch der Reichtum an Seen ist darauf zurückzuführen. Die West- und Südküste Skandinaviens wird von vielen Fjorden gekennzeichnet. Fjorde sind lange, tief in das Land reichende Meeresbuchten, die während der Kaltzeiten gebildet wurden. Diese Buchten können sehr tief und steil sein.

Das Oberflächenrelief des Baltikums wurde, ebenso wie der gesamte skandinavische Raum, maßgeblich durch die letzte kalteiszeitliche Vergletscherung geprägt. Die weitgehend flache bis sanfthügelige Landschaft liegt meist nur wenige Höhenmeter über dem Meeresspiegel. Die höchste Erhebung bildet der 318 m hohe Suur Munamägi in Estland.

Schlagworte