Vereinigte Staaten von Amerika (USA) - Bevölkerungsgruppen
Überblick
Die Bevölkerung der USA ist im Laufe der Jahrzehnte immer heterogener geworden, dennoch lassen sich bis heute in der räumlichen Verteilung verschiedener Bevölkerungsgruppen historische Muster der Einwanderung erkennen.
Einwohner europäischer Herkunft
Die Nachkommen europäischer Einwanderer stellen bis heute die mit Abstand größte Bevölkerungsgruppe (2025 rund 60 Prozent, 1950 waren es noch 90 Prozent, 2000 noch 75 Prozent), sie besiedeln das gesamte Gebiet der USA. In weiten Landesteilen im Norden und Westen stellen sie mindestens 60 Prozent der Bevölkerung, in weiten Landstrichen deutlich mehr. Die höchsten Bevölkerungsanteile erreichen sie mit 90 Prozent in den Bundesstaaten Maine, Vermont und West Virginia. Lediglich in den südwestlichen, südlichen und inselhaft in einigen mittleren Landesteilen liegt ihr Anteil durch die Zunahme anderer Bevölkerungsgruppen unter 50 Prozent.
Einwohner afroamerikanischer Herkunft
Bei der afroamerikanischen Bevölkerung handelt es sich um die Nachfahren der Sklaven, die aus Afrika nach Amerika verschleppt wurden, um auf den Baumwoll-, Tabak- und Reisplantagen in den Südstaaten zu arbeiten. Sie stellen 2025 gut 12,5 Prozent der US-amerikanischen Bevölkerung (1950 10 Prozent, 2000 ebenfalls 12 Prozent). Bis ins frühe 20. Jahrhundert konzentrierte sich diese Bevölkerungsgruppe auf die Staaten im Südosten zwischen Virginia, Missouri und Louisiana (die klassischen „Südstaaten“), erst dann kam es zu einer verstärkten Wanderung in die Industriestädte des Nordens. Dort entstanden viele innerstädtische Viertel, die von Afroamerikanern dominiert wurden. Aufgrund des Niedergangs der Industrieproduktion in den Zentren des Nordens, siedelten sich seit etwa 1990 Afroamerikaner auch wieder in den sich wirtschaftlich dynamischer entwickelnden Südstaaten an. Dennoch haben Afroamerikaner in vielen alten Industriestädten („Rust Belt“) bis heute einen überdurchschnittlich hohen Anteil an der Bevölkerung; in Detroit beispielsweise liegt er bei über 80 Prozent. Auffällig ist, dass westlich der Linie Chicago-Texas mit Ausnahme der Ballungsräume San Francisco Bay Area und Los Angeles/San Diego kaum noch afroamerikanische Bevölkerung anzutreffen ist. Nach Bundesstaaten erreichen Afroamerikaner die höchsten Bevölkerungsanteile in Washington DC und in Mississippi (42 bzw. 37 Prozent).
Einwohner lateinamerikanischer Herkunft
Die Einwanderer lateinamerikanischer Herkunft, zu einem sehr großen Anteil Mexikaner, weisen einen markanten Schwerpunkt im Südwesten auf, entlang der Grenze zu Mexiko. Dort erreichen sie auch ihre höchsten Bevölkerungsanteile: 50 Prozent in New Mexico und jeweils 40 Prozent in den besonders bevölkerungsreichen Bundesstaaten Kalifornien und Texas. Bedeutende Anteile an der Bevölkerung haben sie darüber hinaus um Denver (Colorado), zwischen Portland (Oregon) und Seattle (Washington), in Florida (hier besonders Kubaner) sowie um Chicago und im Nordosten (in New York besonders Puertoricaner). Der Anteil der „Hispanics“ oder „Latinos“ hat in den USA in den letzten fünf Jahrzehnten beträchtlich zugenommen, von gut 4 Prozent im Jahr 1970 über 12 Prozent (2000) auf gut 19 Prozent 2025. Relativ viele Hispanics, aber auch Menschen aus anderen Weltregionen, kamen als illegale Einwanderer in die USA – Schätzungen gehen von 14 Millionen illegal in den USA lebenden Personen im Jahr 2023 aus. Seit Beginn der zweiten Amtszeit von Präsident Donald Trump 2025 werden Hunderttausende Illegale abgeschoben, auch Kinder, woraufhin Millionen aus Angst vor Abschiebung die USA bereits freiwillig verlassen haben. Dies hat Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt, da viele billige Hausangestellte (Kinder- und Altenbetreuerinnen) und Hilfsarbeiter in Landwirtschaft und Dienstleistungen wegfallen.
Einwohner asiatischer und indianischer Herkunft
Die Asiaten sind von allen Bevölkerungsgruppen am stärksten auf die Städte orientiert, sie sind vor allem in den großen Ballungsräumen der USA zu finden. Eine Ausnahme bildet Kalifornien, wo Asiaten in allen Teilen des Bundesstaates vergleichsweise hohe Anteile haben. Ihr Bevölkerungsanteil liegt dort bei über 15 Prozent, während er in den USA insgesamt von 1,5 Prozent 1980 auf 3,8 Prozent im Jahr 2000 und 6,5 Prozent 2025 wuchs. Den höchsten Anteil haben Menschen asiatischer Herkunft mit rund 35 Prozent im Bundesstaat Hawaii.
Die räumliche Verteilung der indigenen Bevölkerung lässt noch immer die Lage der Reservate erkennen, in denen rund die Hälfte der indigenen Völker leben. Städte mit größeren indigenen Minderheiten sind unter anderem Los Angeles, San Francisco, Chicago, Phoenix und Seattle. Ihre höchsten Bevölkerungsanteile erreichen indigene Gruppen mit gut 9 Prozent im Bundesstaat Hawaii und 2 Prozent in Alaska.