Kieler Bucht - Landschaften an der Ostseeküste

Kieler Förde - Maßstab und Entfernungen
978-3-14-100453-3 | Seite 9 | Abb. 3 | Maßstab 1 : 500000

Überblick

Der Kartenausschnitt zeigt die schleswig‑holsteinische Ostseeküste von Bereichen nördlich von Schleswig bis zur Lübecker Bucht. In der rechten oberen Ecke liegt Fehmarn, im Süden am Kartenrand ist Neumünster verzeichnet. Die Kieler Bucht mit der Eckernförder Bucht ist vollständig abgebildet; im Binnenland fallen die Seen der Holsteinischen Schweiz auf – darunter der Große Plöner See, der mit rund 28 km² Fläche und bis 56 Meter Tiefe der größte und tiefste See Schleswig‑Holsteins ist.

Landschaftsformen und Nutzung der Region

Rund um den Bungsberg, die mit 167 Metern höchste Erhebung Schleswig‑Holsteins, liegen große Waldgebiete. Der Bungsberg entstand in der letzten Eiszeit: Er ist eine Endmoräne, also ein Hügel aus Gestein, Sand und Erde, die ein Gletscher vor sich hergeschoben hat. Solche hügeligen Formen sind typisch für die Holsteinische Schweiz und prägen dort bis heute das Landschaftsbild.

In weiten Teilen der Ostseeküste überwiegen Ackerflächen, während im Binnenland Wiesen, Grünland und Weideflächen mosaikartig verteilt sind. Die Holsteinische Schweiz zeigt zudem viele Seen, Feuchtgebiete und kleine Moore, die ebenfalls durch Gletscher und Schmelzwasser entstanden sind.

Auch die Form der Küste selbst geht auf die Eiszeit zurück: Als die Gletscher schmolzen, flutete das Meer die breiten Rinnen im Untergrund – so entstanden typische Förden, wie die Kieler Förde oder die Eckernförder Bucht. Sie sind langgestreckte Meeresbuchten, die sich tief ins Land hineinschneiden und heute wichtige Natur‑ und Hafenräume bilden.

Auf der Insel Fehmarn gibt es an mehreren Küstenabschnitten ausgeprägte Dünenlandschaften. Wind und Wellen formen diese Sandhügel ständig neu. Die Dünen bieten vielen Pflanzen und Tieren einen geschützten Lebensraum und gehören zu mehreren Naturschutzgebieten der Insel.

Moore und Sumpfgebiete treten vor allem nördlich von Neumünster und im Raum Nortorf auf. Sie sind durch hohe Wasserstände entstanden und bilden wertvolle Lebensräume für spezielle Tier‑ und Pflanzenarten. Auch in der Holsteinischen Schweiz kommen solche feuchten Standorte häufig vor.

Ein bedeutendes von Menschen geschaffenes Landschaftselement ist der Nord‑Ostsee‑Kanal, der das Land auf knapp 100 Kilometern Länge von Westen nach Osten durchschneidet. Er verbindet die Nordsee mit der Ostsee und ist heute die meistbefahrene künstliche Wasserstraße der Welt. Der Kanal ist im Kartenbild deutlich zu erkennen und spielt für Handel, Schifffahrt und die Orientierung in der Region eine wichtige Rolle.

Siedlungsräume und Einwohnerverteilung

Die Karte zeigt die Einwohnerzahlen durch Größensignaturen. Dabei überschreitet Kiel deutlich die Marke von 100 000 Einwohnerinnen und Einwohnern (2025 mit rund 253 000 Einw.), während Neumünster die 50 000EinwohnerSchwelle erreicht (2025 knapp 80 000 Einw.). Durch eine eigene Signatur sind die Verdichtungsräume erkennbar. Sie verdeutlichen die städtischen Ballungsbereiche rund um Kiel, Schleswig, Rendsburg, Eckernförde und Neumünster.

Sehenswürdigkeiten und historische Orte

Im Kartenbild fallen mehrere wichtige kulturelle und historische Orte auf, die für die Region rund um die Ostseeküste eine besondere Bedeutung haben. Dazu gehören zum Beispiel Schlösser und Burgen, die an frühere Herrschaftszeiten erinnern und oft an gut sichtbaren Stellen liegen. Auch das MarineEhrenmal in Laboe ist eingetragen: Der hohe Turm dient als Gedenkstätte für auf See gebliebene Seeleute und ist ein bekanntes Wahrzeichen an der Kieler Förde.

Ein weiterer bedeutender Ort ist Haithabu bei Schleswig. Dort befand sich in der Wikingerzeit einer der wichtigsten Handelsplätze Nordeuropas. Die Ruinestätte Haithabu und die Reste des Danewerks gehören heute sogar zum UNESCOWelterbe, weil sie viel über das Leben der Wikinger und die Geschichte des frühen Mittelalters verraten.

Solche Symbole auf der Karte helfen nicht nur bei der Orientierung, sondern zeigen auch, wie geschichtsträchtig die Region ist. Sie machen sichtbar, wo Menschen früher lebten, handelten oder wichtige Bauwerke errichteten – und verbinden so die Landschaft von heute mit der Vergangenheit.

Verkehr und Infrastruktur

Das Verkehrsnetz ist umfangreich dargestellt:

Die Eisenbahnlinien verbinden nicht nur die größeren Städte wie Kiel, Rendsburg oder Schleswig miteinander, sondern führen auch weiter in Richtung Fehmarn. Diese Verbindung ist besonders wichtig, weil dort der Fehmarnbelt‑Tunnel, ein großer Straßen- und Bahntunnel zwischen Deutschland und Dänemark, im Bau ist.

Das Straßennetz wird im Kartenausschnitt in verschiedene Ebenen untergliedert: Autobahnen, Fernstraßen und kleinere Straßen haben jeweils eigene Linienarten, sodass man auf einen Blick erkennt, welche Strecken schneller befahren werden können und welche eher regionale Bedeutung haben.

Auf seinen knapp 100 Kilometern Länge verbindet der Nord-Ostsee-Kanal die Nordsee bei Brunsbüttel mit der Kieler Förde und erspart den Schiffen den langen Umweg um Dänemark. Auch Fährverbindungen nach Dänemark und in weitere Bereiche der Ostsee sind eingetragen, da sie wichtige Verkehrswege über das Meer darstellen. haben.

Zusätzlich markiert die Karte mehrere Flugplätze, beispielsweise bei Neumünster und südlich von Schleswig. Diese kleineren Flugfelder werden vor allem für Sport- und Privatfliegerei genutzt und ergänzen damit das Verkehrsnetz der Region sinnvoll. In der Region ist außerdem der Militärflugplatz Hohn westlich von Rendsburg zu finden, der auch heute noch von der Luftwaffe genutzt wird