Norddeutsches Tiefland - Eiszeitliche Prägung (Glaziale Serie)
Überblick
Während der jüngsten Eiszeiten drangen Gletscher aus Skandinavien bis weit in das heutige Mitteleuropa vor (vgl. Karte 73.4 „Europa – Würm-/Weichselkaltzeit“). Vor sich türmten sie bis zu 200 m hohe Endmoränen auf. Diese setzen sich heute oft als bewaldete Erhebungen und schmale Hügelketten deutlich vom Tiefland ihrer Umgebung ab. Die Transportkraft der Gletscher war so groß, dass sogar Gesteinsbrocken mit mehreren Meter Durchmesser abgelagert wurden, sogenannte Findlinge. Das Schmelzwasser, das vom Gletscher wegfloss, transportierte feines Material mit sich. Vor dem Gletscher und seinen Endmoränen wurde zunächst der Sand abgelagert, in ausgedehnten, fast ebenen Sandern. Heute befinden sich dort große Heidelandschaften oder Kiefernwälder. Hinter den Sandern floss das Schmelzwasser durch das breite Urstromtal ab, welches am tiefsten lag. Dieser Bereich wird gegenwärtig vor allem als Grünland genutzt.
Als es wieder wärmer wurde, zogen sich die Gletscher weiter nach Norden zurück. Daraufhin wurden große Gebiete wieder eisfrei – die heute verbreitet ackerbaulich genutzten, flachen bis welligen Grundmoränen. Sie lagen etwas höher als Sander und Urstromtäler, aber niedriger als die Endmoränen. Grundmoräne, Endmoräne, Sander und Urstromtal bilden zusammen die sogenannte Glaziale Serie.