Weltmeere - Verschmutzung durch Plastikmüll
Überblick
Die Belastung der Meere mit Plastikmüll ist ein großes Problem, da Kunststoff sehr langlebig ist (so wird eine Plastikflasche beispielsweise erst nach etwa 450 Jahren abgebaut) und somit nicht einfach aus den Meeren verschwinden, sondern sich dort stattdessen noch weiter anreichert.
Anreicherung im Meer
Während 1950 erst 2 Millionen Tonnen Kunststoff weltweit produziert wurden, waren es 2023 bereits 414 Millionen Tonnen (davon 374 Mio. t aus fossilen Rohstoffen, 37 Mio. t aus recyceltem Plastik und nur 3 Mio. t aus biologischen Rohstoffen); Prognosen gehen von einer weiteren Steigerung aus. Bis 2025 fielen somit 8,3 Milliarden Tonnen Plastikmüll an (davon 56 Prozent erst nach dem Jahr 2000), die zu 10 Prozent recycelt wurden, zu 60 Prozent auf Deponien oder in die Umwelt verbracht wurden und nur zu 28 Prozent verwendet werden. 60–80 Prozent des Meeresmülls bestehen aus Kunststoffen. Diese sind über Flüsse, Schiffe oder mit dem Wind ins Meer gelangt. Dort werden sie von Meeresströmungen mitgenommen. In Zonen häufiger Windstillen der Ozeane (Kalmen) kommt es dann zu Ansammlungen von Plastikmüll. Fünf große Meereswirbel haben sich gebildet: Nordpazifischer Wirbel, Südpazifischer Wirbel, Nordatlantischer Wirbel, Südatlantischer Wirbel, Indischer Ozean-Wirbel. Der Nordpazifische Wirbel (auch Great Pacific Garbage Patch) beispielsweise ist so groß wie Texas bzw. Mitteleuropa und enthält über 100 Millionen Tonnen Plastikmüll, der bei geringer Strömungsgeschwindigkeit zirkuliert. Ein Umlauf dauert mehrere Jahre.
Folgen
Die Anreicherung von Kunststoffen im Meer hat weitreichende Folgen. So sterben jährlich etwa 100 000 höhere Meerestiere und eine Million Seevögel, indem sie Plastikmüll versehentlich verschlucken oder für Nahrung halten bzw. sich in schwimmendem Plastikmüll verfangen. Durch Wellenschlag und intensive Sonnenstrahlung wird der Plastikmüll zudem zerkleinert. An der Oberfläche der kleinen Plastikpartikel (unter 5 Millimeter werden sie als Mikroplastik bezeichnet) sammeln sich dann toxische Substanzen. Diese Partikel werden von Meerestieren aufgenommen, die dann wieder von anderen Meerestieren gefressen werden, sodass sich das Plastik in der Nahrungskette anreichert, an deren Spitze der Mensch steht.