Erde - Warenhandel 2004 und 2024

Erde - Weltwirtschaft
978-3-14-100453-3 | Seite 184 | Abb. 1

Überblick

Internationalisierungs- und Globalisierungstendenzen, die sich vor allem in einer immer engeren Verflechtung der weltweiten Güterproduktion, der Dienstleistungen und der Finanzmärkte zeigen, haben vor allem Industriestaaten und Schwellenländern seit 1990 eine starke wirtschaftliche Dynamik beschert, die sich unter anderem in einer raschen Ausweitung des Welthandels manifestiert. 1990 lag der Warenwelthandel bei 3500 Milliarden US-$, bis 2000 stieg er auf rund 6200 Milliarden US-Dollar, bis 2016 auf 15 500 Milliarden US-$ und bis 2024 auf 24 400 Milliarden US-$ an. Für die Zukunft erwarten Experten eine weitere Zunahme. Als wichtigste Triebkräfte für diese Entwicklungen werden angesehen:

– die drastische Verringerung der Transportkosten, vor allem durch den Containerschiffsverkehr, aber auch im gesamten Luftfrachtbereich,

– die deutlich verbesserten Möglichkeiten für die Kommunikation und Datenverarbeitung im Zuge der Entwicklung der Informationstechnologie und des Internets,

– die Liberalisierung der Wirtschaft durch den Abbau von Zöllen (die aktuell jedoch teils wieder ausgeweitet werden, Stand 2025) und anderen Handelserschwernissen,

– die Intensivierung von Wirtschaftsbündnissen.

Gesamtexport 2000 und 2024 nach Staaten

Im Jahr 2000 hatte Deutschland mit 9,9 Prozent mit Abstand den größten Anteil am Gesamtexport, gefolgt von den USA (8,8 %), China (6,8 %) und Japan (6,1 %). 2024 lag China mit einem Anteil von 14,6 Prozent an der Spitze, vor den USA (8,5 %), Deutschland (6,9 %) und den Niederlanden (3,8 %). Im unteren Drittel der Top Ten kam es jedoch zu Veränderungen: Während Kanada, Großbritannien und Belgien zwischen 2000 und 2024 unter Platz 10 gefallen sind, sind Südkorea, Mexiko und Hongkong im selben Zeitraum in die Top Ten aufgestiegen.

Warenwelthandel 2000 und 2024 nach Wirtschaftsregionen

Zwischen 2000 und 2024 sind die Handelsbeziehungen zwischen allen Wirtschaftsregionen der Erde intensiver geworden. Am auffälligsten ist das Erstarken von China. Aber auch die anderen asiatischen Staaten konnten ihre Position im Welthandel stark ausbauen. Die wichtigsten Wirtschaftsregionen sind Nordamerika, Europa, China und die restlichen asiatischen Staaten.

Ausblick

Nach den gegenwärtigen Prognosen wird die Bedeutung Asiens, insbesondere Chinas, im Zuge dieser Entwicklung weiterwachsen, während der Anteil Europas am Welthandel auf längere Sicht tendenziell eher fallen wird. Allerdings sind auch protektionistische Tendenzen zu beobachten. So kommt etwa der Ausbau bestimmter Freihandelsabkommen nicht so rasch voran, wie ursprünglich von den Partnern geplant. Auch werden sich die Handelssanktionen der US-Regierung unter Donald Trump und die Reaktionen der davon betroffenen Staaten auf den freien Handel auswirken. Ein markanter Einschnitt ist der Austritt Großbritanniens aus der EU. Wie sich solche Tendenzen und Entwicklungen auf das Handelsvolumen weltweit auswirken, ist unklar.

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