Niedersachsen - Niederschläge im Jahr
Überblick
Die Karte zeigt die Verteilung der Jahresniederschläge in Niedersachsen und Bremen im langjährigen Mittel. Solche langjährigen Mittel beruhen auf Messungen über einen langen Zeitraum, meistens 30 Jahre.
In Niedersachsen werden die unterschiedlichen Jahresniederschläge vor allem von den Windströmungen und durch das Relief bestimmt. Neben der Höhe des Geländes sind dabei auch Luv- und Lee-Effekte von Bedeutung.
Niederschlagsverteilung in Niedersachsen und Bremen
Aufgrund der geringen Höhenlage erreichen die Niederschlagswerte im nördlichen Niedersachen einschließlich Bremen und Bremerhaven relativ gemäßigte Werte. Im westlichen Abschnitt betragen sie 700 bis 800 mm, im östlichen Abschnitt 600 bis 700 mm im Jahr.
Ursache für die allgemeine Abnahme der Werte von Westen nach Osten ist die wachsende Entfernung vom Atlantik. Wetterbestimmende Tiefdruckgebiete „wandern“ bei vorherrschenden Westwinden von Westen nach Osten und verlieren Richtung Osten an Einfluss. Somit nehmen auch die Niederschläge von Westen nach Osten tendenziell ab (siehe auch Erläuterungen zur Karte 75.3 „Europa – Niederschläge im Jahr“).
Im südlichen Niedersachsen macht sich der Einfluss des Reliefs auf die Niederschläge deutlich bemerkbar. Durch die abnehmende Bodenreibung werden in größeren Höhenlagen zunehmende Windgeschwindigkeiten verursacht. Dadurch wird in der Höhe mehr Feuchtigkeit zugeführt als bei den geringeren Windgeschwindigkeiten in tieferen Lagen. In Teilen des Weserberglandes und des Leineberglandes fallen jährlich bis zu 1 200 mm Niederschlag, in den Höhenlagen des Harzes bis über 1 400 mm. Eine der Ursachen für die besonders hohen Niederschläge im Harz sind Staueffekte. Sie führen dazu, dass sich die feuchten Westwinde an der Westflanke des Gebirges (also an der Luvseite) abregnen.
Weniger Schneetage in Niedersachsen
Der Klimawandel zeigt sich in Niedersachsen nicht nur durch heißere Sommer, sondern auch durch immer weniger Schneetage. Schneetage sind Tage, an denen der Niederschlag ausschließlich als Schnee fällt. Ein Vergleich der beiden Zeiträume 1961–1990 und 1991–2020 macht deutlich, dass an allen Messstationen in der Karte ein Rückgang an Schneetagen zu erkennen ist.
In Emden an der Nordseeküste, wo milde Winter aufgrund der Meeresnähe üblich sind, hat sich die Zahl der Schneetage von 24 auf 12 fast halbiert. Auch im Landesinneren, etwa in Hildesheim, wird dieser Trend sichtbar – hier sank die durchschnittliche Zahl der Schneetage von 31 auf 14. Selbst im Harz, der schneereichsten Region Niedersachsens, ist ein Rückgang erkennbar. Zwar liegen die Werte mit 86 Schneetagen weiterhin deutlich über dem Landesdurchschnitt, doch früher wurden dort noch über 100 Schneetage (im Mittel 106) gemessen.