Niedersachsen - Verwaltungsgliederung heute
Überblick
Die farbliche Gliederung der Verwaltungskarte Niedersachsens orientiert sich an den vier ehemaligen Regierungsbezirken: Die braunen und roten Töne markieren den alten Bezirk Weser-Ems, die grünen Töne Lüneburg, die violetten Töne Braunschweig und die blauen Töne Hannover. 2005 wurden die Regierungsbezirke als oberste Ebene der Verwaltung aufgelöst. Die Zuständigkeiten wurden auf andere Landesbehörden und Körperschaften umverteilt.
Niedersachsen besteht heute (Stand Januar 2026) aus 36 Landkreisen und der 2001 gebildeten Region Hannover. Insgesamt hat Niedersachsen 939 Gemeinden.
Geschichte der Verwaltungsgliederung
Ab den späten 1960er-Jahren gab es in der Bundesrepublik Deutschland eine Gemeinde-, Kreis- und Verwaltungsreform. Ziel war es, die Anzahl der Verwaltungseinheiten zu verringern. Zuvor bestanden bundesweit 425 Kreise bzw. Landkreise, heute sind es 294. Die Zahl der kreisfreien Städte ist von 139 auf 107 zurückgegangen. Früher gab es in Deutschland rund 24 000 Gemeinden. Diese wurden auch als Kommunen bezeichnet. Durch zahlreiche Gebietsreformen ist ihre Zahl stark gesunken. Heute – im Jahr 2026 – existieren bundesweit nur noch etwa 10 700 Gemeinden. In den meisten Fällen entstanden die neuen Kommunen durch Zusammenschlüsse und Eingemeindungen. Niedersachsen wählte darüber hinaus den Weg der Samtgemeinden (von „gesamt“). Hierbei haben sich selbstständige Gemeinden zu einem Verband zusammengeschlossen, um die Verwaltungsaufgaben zu teilen. Dabei sollte eine Samtgemeinde mindestens 7 000 Einwohnerinnen und Einwohner haben. In Niedersachsen gibt es heute 114 Samtgemeinden. Eine niedersächsische Besonderheit sind auch die Flecken, von denen es 49 gibt. Die historische Bezeichnung hat heute keine rechtliche Bedeutung mehr. Früher wurde sie an Gemeinden vergeben, die stadtähnliche Sonderrechte (z. B. das Marktrecht) hatten.
Nach dem Zweiten Weltkrieg hatte es noch über 4 200 Gemeinden in Niedersachsen gegeben. Heute sind es nur noch 939 Gemeinden. Das Land ist in 36 Landkreise (zuvor 60) und acht kreisfreie Städte (zuvor 16) gegliedert. Die kreisfreien Städte sind Braunschweig, Delmenhorst, Emden, Oldenburg, Osnabrück, Salzgitter, Wilhelmshaven und Wolfsburg.
Für Hannover gilt eine Sonderregelung: Im Jahr 2001 wurde aus der kreisfreien Stadt Hannover und dem Landkreis Hannover die Region Hannover gebildet. Seitdem ist Hannover den kreisfreien Städten nur noch gleichgestellt, sofern nichts anderes bestimmt ist.
Ungleiche Bevölkerungsverteilung
In Niedersachsen lag die Bevölkerungsdichte im Jahr 2025 bei 168 Einwohnern je km². Doch zwischen einzelnen Regionen ist die Bevölkerungsdichte sehr unterschiedlich: Die Hauptstadt Hannover hat die höchste Dichte mit 2 566 Einwohnern je km². Nur sehr dünn besiedelt sind dagegen die Landkreise Lüchow-Dannenberg und Uelzen mit 38 und 63 Einwohnern je km².
Gebietsänderung 1993 – Als Niedersachsen größer wurde
1993 geschah etwas Ungewöhnliches, das es in der Bundesrepublik seitdem nicht mehr gegeben hat: Das Amt Neuhaus, eine Gemeinde östlich der Elbe, wechselte von Mecklenburg‑Vorpommern zurück nach Niedersachsen
Ursache dafür war die deutsche Teilung: Das Gebiet gehörte ursprünglich zur Provinz Hannover, wurde aber nach 1945 wegen der Elbe als Grenzlinie Teil der DDR. Nach der Wiedervereinigung lag es zunächst im benachbarten Mecklenburg-Vorpommern. Viele Menschen dort fühlten sich jedoch weiterhin mit Niedersachsen verbunden, und die Lage an der früheren Grenze brachte viele praktische Probleme mit sich – etwa lange Wege und schlechte Verkehrsverbindungen.
Darum setzten sich Gemeinde und Politik für eine Rückkehr ein. Am 30. Juni 1993 wurde die Rückgliederung schließlich per Staatsvertrag beschlossen. Seitdem gehört das Amt Neuhaus wieder zum Landkreis Lüneburg.
Neue Gebietsreform?
Um wirtschaftlich schwache Regionen oder finanziell überlastete Gemeinden zu unterstützen, wird in Deutschland immer wieder über eine neue Gebietsreform diskutiert. Dabei geht es um Ideen wie größere Mindestgrößen für Gemeinden oder weniger, dafür leistungsfähigere Landkreise. Solche Vorschläge – etwa Gemeinden mit einer Mindesteinwohnerzahl von 10 000 oder deutlich weniger Landkreise – werden aber nach wie vor kritisch gesehen und sind politisch umstritten.
Aktuell (2026) wird zwar in Niedersachsen erneut über mögliche Zusammenschlüsse gesprochen, doch eine große, landesweite Reform ist nicht geplant. Die Landesregierung setzt eher auf engere Zusammenarbeit zwischen den Kommunen, statt auf weitreichende Strukturveränderungen.