Asien - Bevölkerungsentwicklung

Asien - Staaten und Bevölkerung
978-3-14-100371-0 | Seite 98 | Abb. 2 | Maßstab 1 : 80000000

Überblick

Mit 1,46 bzw. 1,42 Milliarden Einwohnern haben Indien und China mit Abstand die größten Einwohnerzahlen Asiens und auch der Welt (Stand 2025). Aber auch Indonesien (284 Millionen Einwohner), Pakistan (241 Millionen), Bangladesch (170 Millionen), Japan (123 Millionen), die Philippinen (114 Millionen) und Vietnam (102 Millionen) weisen Einwohnerzahlen von über 100 Millionen auf.

China

China, in den 1980er-Jahren ein noch unterentwickeltes Land, heute die größte Volkswirtschaft der Erde (noch vor den USA), hat durch die Ein-Kind-Politik ab 1979 sein explosionsartiges Bevölkerungswachstum gebremst. Zu Beginn der 2020er-Jahre 2024 hat das Land nach UN-Schätzungen seinen Status als bevölkerungsreichster Staat der Erde an Indien verloren, bis 2050 wird Chinas Bevölkerung vermutlich auf 1,36 Milliarden Einwohner zurückgehen, während Indiens auf 1,66 Milliarden ansteigen wird. Gegenwärtig verändert sich die Altersstruktur Chinas stark. Das Land steht vor großen demographischen und sozialen Herausforderungen: Trotz der Abkehr von der Ein-Kind-Politik sinkt die Zahl der jungen Leute, die der alten Menschen steigt dagegen. Zwischen den Geschlechtern besteht ein gravierendes Missverhältnis. So kamen zum Beispiel 2021 auf 100 Geburten eines Mädchens 112 Geburten eines Jungen, da die Geburt eines Jungen als sozial erstrebenswerter gilt und es nicht selten zu gezielten Abtreibungen kommt. Wirtschaftlich bedeutsam ist, dass die Ausgaben für Renten in Zukunft stark steigen, die Zahl der Arbeitskräfte aber zurückgehen wird.

Indien

Indien hat ein nicht ganz so beachtliches ökonomisches Wachstum wie China erlebt, zählt aber dennoch zu den am stärksten expandierenden Volkswirtschaften der Erde. Das Land verzeichnet mit seiner sehr jungen Bevölkerung den derzeit höchsten Bevölkerungszuwachs weltweit. Dieser Trend wird sich auch in den nächsten Jahren kaum abschwächen. Ursache dafür ist nicht die hohe Geburtenrate – die mit 16,2 Geburten pro 1000 Einwohner sogar leicht unter dem Weltdurchschnitt liegt –, sondern eine deutlich gestiegene Lebenserwartung und eine sehr junge Bevölkerung, also eine große potenzielle Elterngeneration.

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