Erde - Rohstoffabhängigkeit Deutschlands
Überblick
Die deutsche Wirtschaft ist traditionell exportorientiert und weist einen beständigen Handelsbilanzüberschuss auf. Sowohl die Importe als auch die Exporte stiegen seit den 1960er-Jahren kontinuierlich an, wobei vor allem ab den späten 1990er-Jahren starke Zuwachsraten verzeichnet werden konnten. 2025 erreichten sowohl Importe (1363 Mrd. Euro) als auch Exporte (1563 Mrd. Euro) ein Rekordniveau, der Außenhandelsüberschuss lag bei 201 Mrd. Euro.
Importstruktur
Unter den großen Industrienationen zählen vor allem Deutschland und Japan zu jenen Staaten, die in bedeutendem Maße auf Rohstoffimporte, vor allem im Energiebereich, bei den Eisen- und Metallerzen, zum Teil auch bei landwirtschaftlichen Produkten, angewiesen sind. Im Falle Deutschlands wird die Einfuhr der wichtigsten Rohstoffe zum einen durch die EU-Integration und zum anderen durch eine Reihe internationaler Handelsabkommen gesichert. 2024 importierte Deutschland Waren im Wert von insgesamt 1308 Milliarden Euro. Die wichtigsten Handelspartner waren dabei die EU-Länder, aus denen 53 Prozent aller deutschen Importe stammten. Die wichtigsten Nicht-EU-Partner bei den Importen waren China (12,5 %), gefolgt von den USA (6,9 %) und der Schweiz (4,1 %).
Die Karte zeigt, dass die Rohstoffversorgung Deutschlands sehr stark von Einfuhrgütern von allen Kontinenten abhängig ist. So stammt der Import an Steinkohle beispielsweise aus Australien, weit vor den USA, Indonesien, Kanada und Kolumbien.
Ein tiefgreifender Wandel hat sich seit 1980 in der regionalen Verteilung der Erdöleinfuhr vollzogen. Aufgrund der politischen und kriegerischen Auseinandersetzungen im Nahen Osten sowie dem Ukrainekrieg, aber auch aufgrund der Erschließung neuer Erdölvorkommen in der Nordsee und der Energiesparpolitik der westlichen Industriestaaten hat der Mittlere Osten seine dominierende Stellung in der Rohölversorgung der Bundesrepublik Deutschland eingebüßt. 1973 stammten noch mehr als 96 Prozent der Ölimporte aus OPEC-Staaten, inzwischen haben sie eine deutlich nachrangige Bedeutung. Heute kommen die meisten Lieferungen aus den Norwegen, USA, Kasachstan, Libyen, Saudi-Arabien und Großbritannien.
In der deutschen Stahlindustrie werden heute nur hochwertige Eisenerze (über 65 % Eisengehalt) aus dem Ausland eingesetzt, überwiegend Erze aus Schweden, Kanada, Südafrika und Brasilien.