Freiburg - Nachhaltige Energieversorgung
Überblick
Freiburg im Breisgau verfügt dank einer durchschnittlichen Menge von 1 800 Sonnenstunden jährlich über gute Voraussetzungen zur Nutzung der Solarenergie. Dass sich die Stadt zu einem Zentrum der Solarenergie in Deutschland entwickeln konnte, ist aber auch Resultat eines besonderen politischen Klimas. 1986 verabschiedete der Freiburger Gemeinderat ein Energieversorgungskonzept, das der Nutzung regenerativer Energiequellen einen zentralen Stellenwert einräumte. Heute nimmt die Kommune bei der Entwicklung von Technologie und Konzepten sowie der Nutzung von Solarenergie einen nationalen Spitzenplatz ein.
Photovoltaikanlagen und Solarthermieanlagen
Solarenergie ist extensiv, aber in unverstellten Sonnenlagen im Wechsel von Tag/Nacht und im Lauf der Jahreszeiten grundsätzlich verlässlich. Daher konzentriert sich ihre Gewinnung nicht auf Großkraftwerke, wie bei der herkömmlichen Energieversorgung, sondern auf viele dezentrale Einzelanlagen mit mehr oder weniger großen Solarpanelflächen und dem entsprechend mehr oder weniger Leistung. Die technische Infrastruktur für die Bereitstellung von Solarenergie in der Freiburger Region besteht also aus einem technischen Netz dezentraler Einzelanlagen. Diese Struktur gilt für die beiden Hauptformen der Nutzung von Sonnenenergie, also sowohl für Photovoltaikanlagen, die Solarstrom ins Netz einspeisen, als auch für die Solarthermieanlagen, die Heizwärme und Warmwasser bereitstellen.
Ergänzt wird der Betrieb von Solaranlagen durch eine spezielle „Solararchitektur“. Diese Gebäude können Sonnenwärme und Licht einfangen, z. B. durch große, sehr gut isolierte Fensterflächen. Dadurch wird der Energiebedarf für Heizung, Beleuchtung und Klimatisierung minimiert und der Wohnkomfort erhöht. Diese Solarhäuser sind gleichzeitig auch Niedrigenergiehäuser.
Besondere Solarprojekte
Von den zahlreichen Solarprojekten in Freiburg erfasst die Karte nur die größeren Solarstromanlagen von mindestens 100 kW Leistung sowie ausgewählte Solarthermie- und Architekturprojekte mit technischen Besonderheiten. Solaranlagen auf privaten Wohn- und Einzelhäusern werden also nicht gezeigt.
In Freiburg im Breisgau ist die Nutzung von Solarenergie weit verbreitet. Nach aktuellen Auswertungen des Marktstammdatenregisters der Bundesnetzagentur (Stand 2026) sind im Stadtgebiet über 8 000 Photovoltaikanlagen registriert. Diese Zahl umfasst neben größeren Anlagen auf Hausdächern auch viele kleine Anlagen, beispielsweise sogenannte Balkonkraftwerke.
Zusammen erreichen die Photovoltaikanlagen eine installierte Gesamtleistung von knapp über 100 Megawatt (MW). Damit leistet Solarstrom einen wichtigen Beitrag zur Energieversorgung der Stadt.
Die hohe Zahl an Solaranlagen zeigt, dass der Solarstrom in Freiburg vor allem durch viele kleine Anlagen erzeugt wird, die über das ganze Stadtgebiet verteilt sind.
Ein Großteil der Photovoltaikanlagen wurde auf bereits genutzten Gebäuden und Flächen installiert, etwa auf Wohnhäusern, öffentlichen Gebäuden, Messehallen oder Sportanlagen. Diese Doppelnutzung trägt dazu bei, den zusätzlichen Flächenverbrauch gering zu halten und bestehende Infrastruktur effizient zu nutzen.
Dem technischen Netz aus vielen Anlagen entspricht ein gesellschaftliches Netzwerk aus zahlreichen Akteuren. Eine wichtige Rolle spielen dabei Forschungseinrichtungen, Architekten, Bauunternehmen und Wohnungsbaugesellschaften, engagierte Bürgerinnen und Bürger und nicht zuletzt die Kommunalpolitik, die unter anderem das Projekt „SolarRegion Freiburg“ ins Leben gerufen hat. Das Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE mit rund 1 300 Beschäftigten ist das größte Solarforschungsinstitut Europas.