Hamburg - Handelsplatz um 1120

Hamburg - Geschichtliche Entwicklung und heutige Innenstadt
978-3-14-100453-3 | Seite 24 | Abb. 1 | Maßstab 1 : 25000

Die Ursprünge Hamburgs – Siedlung an der Alster und Errichtung der Hammaburg

Hamburgs Geschichte beginnt nicht an der Elbe, sondern an ihrem Nebenfluss, der Alster. Am Alsterufer, kurz bevor die Alster in die Elbe mündet, entstand im 8. Jahrhundert die erste Siedlung. Im Jahr 810 ließ Kaiser Karl der Große dort eine Taufkirche errichten. Sie diente dem Ziel, die Gebiete Schleswig-Holsteins und Skandinaviens (einschließlich Dänemark) zu missionieren. Zum Schutz der Kirche und als Missionsstützpunkt wurde die Hammaburg errichtet. Diese frühmittelalterliche Befestigungsanlage ist die eigentliche Namensgeberin der Stadt Hamburg. Während ihr genauer Standort lange umstritten war, haben neuere archäologische Untersuchungen den Domplatz am Speersort als Lage der Hammaburg bestätigt; die Stadt benannte den Platz 2024 entsprechend in HammaburgPlatz um. Erstmals namentlich erwähnt wurde der Name „Hammaburg“ im Jahr 832. Ein Jahr zuvor gründete Ludwig der Fromme in der Hammaburg ein Bistum, das 832 durch Papst Gregor IV. zum Erzbistum erhoben wurde. Im Schutz des Erzbistums entstand eine Siedlung von Handwerkern und Händlern, die Anfang des 10. Jahrhunderts das Marktrecht erhielt.

Hamburg im 10. bis 12. Jahrhundert – Machtspiele zwischen Klerus und Adel sowie Ausbreitung des Handels

Als im Jahr 966 dem Sachsenherzog Hermann Billung die weltliche Herrschaft über die Siedlung übertragen wurde, geriet Hamburg in das Spannungsfeld zwischen Klerus und Adel. Um die geistliche Macht zu demonstrieren, begann der Erzbischof im Jahr 1035 mit dem Neubau des Mariendoms. Zuvor hatte an dieser Stelle die Taufkirche aus dem Jahr 810 gestanden, die als erster Vorgängerbau des Doms gilt. Der Mariendom war zunächst das einzige christliche Gotteshaus im gesamten Umland, bis im Jahr 1195 die Marktkirche St. Petri gegründet wurde. Deren Vorgeschichte reicht vermutlich bis in das 11. Jahrhundert zurück, als hier eine einfache Holzkapelle stand. Um gegenüber dem Kirchenfürsten nicht zurückzustehen, ließ Ordulf, der spätere Billungerherzog, im Jahr 1061 in einer Alsterschleife außerhalb der damaligen Umwallungen eine „Neue Burg“ errichten (siehe Karte).

Im Bereich der Neuen Burg, also abseits der bischöflichen Altstadt, gründete der weltliche Herrscher Adolf III. von Schauenburg in den Jahren 1186/1187 die gräfliche Neustadt mit einem Hafen. Ein Handelsplatz entstand. Im Jahr 1189 überbrachte Adolf III. einen Freibrief von Kaiser Friedrich Barbarossa. Dieser Freibrief gewährte der Stadt unter anderem die Zollfreiheit für Handel und Schifffahrt auf der gesamten Unterelbe bis zur Nordsee, außerdem eine eigene Marktpolizei und die Aufhebung der Heerpflicht für die Hamburger Bürger. Auch wenn sich der Freibrief im Nachhinein als Fälschung herausstellte, trug er dennoch entscheidend zum wirtschaftlichen Aufstieg Hamburgs bei.