Hamburg - Innenstadt und HafenCity

Hamburg - Geschichtliche Entwicklung und heutige Innenstadt
978-3-14-100453-3 | Seite 24 | Abb. 4 | Maßstab 1 : 12500

Überblick

Hamburgs Innenstadt, insbesondere das Gebiet der Altstadt, wurde und wird zum Teil noch heute von Bürgerhäusern, Handelskontoren, Lagern, den Stadtkirchen sowie repräsentativen Gebäuden wie dem Rathaus, der Börse und dem ersten deutschen Opernhaus bestimmt.

Prägung durch Industrialisierung und Wiederaufbau nach dem Zweiten Weltkrieg

Die Phase der Industrialisierung führte zu ersten ausgedehnten Stadterweiterungen, die an der Speicherstadt südlich der Altstadt (ab 1866) und den Bahnanlagen am Ring der ehemaligen Wallanlagen zu erkennen sind. Ende des 19. Jahrhunderts wurden die ersten Kaianlagen im heutigen Hafengebiet südlich der Elbe in Betrieb genommen.

Einen schweren Einschnitt brachten die Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg, nach denen die Innenstadt weitgehend neu erbaut wurde.

Die heutige Innenstadt

Hamburgs Hauptgeschäftszentrum (City) wird heute vor allem von Büro- und Geschäftseinheiten genutzt. Die City ist auch kulturelles Zentrum der Region mit Einrichtungen wie der Kunsthalle, Museen und der 2017 fertig gestellten Elbphilharmonie. Die Wohnnutzung ist in der City weitgehend zurückgedrängt, eine Ausnahme bildet innerhalb des Ringes der Wallanlagen das Viertel rund um die St. Michaelskirche westlich der Altstadt.

Das äußere Bild der Altstadt prägen die Türme der fünf Hauptkirchen (St. Petri, St. Jacobi, St. Katharinen, St. Michaelis, St. Nikolai). Die bekannteste Kirche und das Wahrzeichen Hamburgs ist St Michaelis, auch „Michel“ genannt. Weitere auffällige Bauwerke sind das prunkvoll ausgestaltete Rathaus (von 1897), die angrenzende Hamburger Börse (1558), das Chilehaus (Handelskontor von 1924) und der Hauptbahnhof (1904). Der Jungfernstieg am Südufer der Binnenalster gilt als Hamburgs Flaniermeile. Die Straße wurde – als erste Straße in Deutschland – bereits 1838 asphaltiert. Zu den Sehenswürdigkeiten am Elbufer zählen die St. Pauli-Landungsbrücken und der Alte Elbtunnel (St. Pauli-Elbtunnel) am unteren linken Kartenrand sowie die Hafencity mit der Speicherstadt.

Die Hafencity

Südlich der Altstadt ist auf dem Gelände ehemaliger Lager, Kai- und Umschlaganlagen ein ganzer Stadtteil neu entstanden, die Hafencity (Eigenschreibweise: HafenCity). Der Stadtteil ist komplett von Flüssen und Kanälen umgeben und erstreckt sich auf einer Fläche von etwa 2,4 km². Die städtebauliche Entwicklung begann 2001 mit den ersten Hochbauarbeiten. Bis Ende 2024 waren bereits rund 120 Projekte fertiggestellt, während weitere Vorhaben sich im Bau oder in Planung befinden. Nach aktuellem Planungsstand soll die Entwicklung des gesamten Gebiets bis in die frühen 2030er‑Jahre weitgehend abgeschlossen sein.

Kennzeichnend für die Hafencity ist die Mischung verschiedenster Funktionen, von Bürogebäuden und Geschäften über Wohnquartiere bis hin zu Kultur-, Freizeit- und Tourismuseinrichtungen (z. B. Elbphilharmonie, Yachthafen, Hamburg Cruise Center). Zum Stadtteil Hafencity gehört – neben der Neubaufläche – auch die rund 100 Jahre alte Speicherstadt, die als größter zusammenhängender Lagerhauskomplex weltweit gilt.