Erde - Lebenserwartung

Erde - Lebensbedingungen
978-3-14-100900-2 | Seite 289 | Abb. 3| Maßstab 1 : 180000000

Überblick

Die mittlere Lebenserwartung zum Zeitpunkt der Geburt (in Jahren) und die Säuglingssterblichkeit sind als Basisindikatoren geeignet, den Entwicklungsstand des Gesundheitssystems, den Zugang zu sauberem Trinkwasser (s. 270.2) und die Ernährungssicherheit eines Landes (s. 289.5) zu beurteilen. Die Lebenserwartung geht außerdem in die Berechnung des HDI ein (s. 288.1).

Räumliche Muster

Die Karte ermöglicht das Einordnen und Vergleichen von Staaten in Bezug auf die genannten Aspekte. Sie zeigt große Entwicklungsunterschiede zwischen den Staaten der Erde. Räume mit einer überdurchschnittlichen Lebenserwartung sind Nord- und Südamerika (mit nur wenigen Ausnahmen: Mexiko, Bolivien, Paraguay, Venezuela, Suriname, Guyana), Europa (mit Ausnahme Russlands), Australien und Neuseeland, Nordafrika, die meisten Staaten Ost- und Südostasiens sowie die meisten Staaten Westasiens.

Auffällig ist, dass ganz Afrika südlich der Sahara sowohl eine unterdurchschnittliche Lebenserwartung als auch eine hohe Säuglingssterblichkeit aufweist.

Viele Länder Süd- und Zentralasiens, darunter Indien und Pakistan, weisen eine unterdurchschnittliche Lebenserwartung und oft auch eine hohe Säuglingssterblichkeit auf. Dies ist – wie auch in Afrika – ein Indikator für grundlegende Entwicklungsprobleme, die breite Bevölkerungsschichten betreffen.

Entwicklungen und Tendenzen

Die Senkung der Sterblichkeit von Müttern bei der Geburt und der Kindersterblichkeit zählten zu den Millenium-Entwicklungszielen. Im Jahr 1990 starben noch 12,5 Millionen Kinder vor Erreichen des fünften Lebensjahrs, im Jahr 2020 waren es rund 5 Millionen. Ein Ziel der Sustainable Development Goals der UN (s. 290.2), die 2016 in Kraft traten und bis 2030 erreicht werden sollen, ist Gesundheit und Wohlergehen, wobei die Senkung der Säuglingssterblichkeit als Teilziel definiert wurde. Während im Bereich von Kindersterblichkeit in den letzten Jahren Fortschritte erzielt werden konnten, kommt die Bekämpfung der Säuglingssterblichkeit dagegen kaum voran.

Die Lebenserwartung hingegen stieg seit 1950 in allen Regionen an, wobei der Anstieg in Afrika und Asien aufgrund der niedrigen Ausgangslage deutlicher ausfiel. Dieser Trend dürfte sich im 21. Jahrhundert fortsetzen, wobei sich die Lebenserwartung in den verschiedenen Regionen weiter annähern dürfte. Trotz dieses Anstiegs dürfte aber auch gegen Ende des 21. Jahrhunderts noch eine Differenz von 8 bis 13 Jahren zwischen der Lebenserwartung in Afrika und jener in Europa oder Nordamerika vorhanden sein.

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Diercke

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