Europa - Aktuelle Klimaveränderungen

Europa - Wetter und Klimaänderungen
978-3-14-100900-2 | Seite 99 | Abb. 6| Maßstab 1 : 36000000

Überblick

Aufgrund des Klimawandels hat sich die globale Mitteltemperatur in den letzten eineinhalb Jahrhunderten um mehr als 1 °C erhöht. In Europa war der Anstieg noch deutlicher. Prognosen für die Zukunft sagen voraus, dass die Temperaturen bis zum Ende dieses Jahrhunderts weltweit mit großer Wahrscheinlichkeit weiter steigen.

Die Folgen des Klimawandels waren bereits in den vergangenen Jahrzehnten in Europa merkbar mit Konsequenzen auf Ökosysteme, die menschliche Gesundheit und die Wirtschaft. In den unterschiedlichen Regionen zeigen sich jedoch sehr unterschiedliche Effekte. Die Karte zeigt hierzu einen Vergleich der beiden Klimanormalperioden von 1961 bis 1990 und von 1991 bis 2020.

Klimanormalperioden

Um statistisch verwertbare Daten zum Klima im Mittel zu erhalten, werden Klimaelemente wie Lufttemperatur, Niederschlag und Sonnenschein in Klimareferenzperioden betrachtet, die 30 Jahre umfassen und Aussagen zu Abweichungen und Extremwerten ermöglichen. Die World Meteorological Organization (WMO) definierte dafür ab 1901 30-jährige Perioden als Klimanormalperioden. Die jüngste solche Klimaperiode reichte von 1991 bis 2020. Diese Betrachtungsräume dienen einer objektiven Beschreibung des Klimas für unterschiedlichste Anwendungsbereiche wie z. B. Energieerzeugung, Landwirtschaft, Wasserwirtschaft oder Katastrophenschutzmanagement.

Regionale Klimaveränderungen

Im Atlantikraum zeigte sich in der letzten Klimaperiode gegenüber jener von 1960 bis 1990 eine Zunahme der durchschnittlichen Jahresniederschläge – besonders ausgeprägt an der norwegischen Küste rund um Bergen und in Island. Hier wurden auch vermehrt Starkniederschlagsereignisse festgestellt.

Geringere Niederschlagsmengen verzeichnete insbesondere der Mittelmeerraum. In Kombination mit einer Zunahme von Hitzewellen resultiert daraus eine steigende Gefahr für Dürreperioden sowie für Waldbrände. Die Wasserverknappung stellt in dieser Region (s. 147.4) eine zunehmende Herausforderung, insbesondere für die Landwirtschaft und die Energieerzeugung dar.

In den kontinentalen Regionen ist die Abnahme des Niederschlags gegenüber der Periode 1961–1990 deutlich erkennbar, wobei hier insbesondere die Niederschläge im Sommer geringer ausfielen.

Die Jahresdurchschnittstemperatur stieg in der letzten Klimareferenzperiode gegenüber der vorangegangenen großräumig um +1 °C. In Gebirgsregionen fiel der Temperaturanstieg tendenziell höher aus als im europäischen Durchschnitt. Gletscherschwund und ein „Wandern“ der Pflanzen in die Höhe sind die Folge.

Ausblick

Nach Prognosen des Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) wird der Temperaturanstieg in Europa auch künftig den globalen Wert übersteigen. Die Häufigkeit und Intensität von Dürren werden weiter zunehmen. Weiters geht der IPCC davon aus, dass sich die regionalen Muster, die bereits im Vergleich der beiden in der Karten angeführten Klimaperioden abgebildet sind, fortsetzen werden, dass also die Niederschläge im Norden (insbesondere im Winter) zunehmen, jene im Mittelmeerraum (vorrangig im Sommer) abnehmen werden.

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Diercke

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Europa - Aktuelle Klimaveränderungen
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